Wieso wir eigentlich ein verlängertes Wochenende hatten? Ganz einfach, es war Labor Day (also Tag der Arbeit) und während (beinahe) die ganze Welt am 1. Mai den Tag der Arbeit feiert, müssen die Amis wieder ihre eigenen Brötchen backen. Tag der Arbeit klingt für die Amis sowieso ein bisschen suspekt. Ein Feiertag für Arbeiter? Das riecht ja schon mal sehr nach Sozialismus, nach Russland, nach durch und durch böse. Andererseits hat man selber auch ein paar Dutzend Millionen Arbeiter im Land. Die will man dann auch nicht vergraulen, in dem man ihnen den Feiertag verwehrt. Tja, Zwickmühle. Hmmm... Was macht man in so einem Fall im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Richtig, einen Kompromiss: Feiertag ja, 1. Mai nein. Ha - durch und durch demokratische Lösung gefunden. Nun wird der Labor Day hier immer am 1. Montag im September gefeiert, was zumindest jedes Jahr ein verlängertes Wochenende garantiert.
So genug geschwafelt, jetzt gehts endlich mit dem eigentlichen Bericht los. Also am Freitag habe ich mich um halb vier mit Michi und Claudia getroffen. Wir haben das Mietauto (einen schwarzen 2007 Chevrolet Cobalt mit Automatik) vom Verleiher und Kathi von der Uni abgeholt. Nach ca. 4 Stunden Fahrzeit kamen wir auch ohne größere Probleme in Pittsburgh an. In Pittsburgh, genau - nicht in unserem Motel. Wir hatten zwar reserviert, haben aber die richtige Abfahrt sehr lange nicht gefunden, da wir alle (ALLE!!!) die Internet-Routenplan-Ausdrucke daheim vergessen hatten. Kommentare dazu unerwünscht ;-)
Nach insgesamt 5 Stunden Fahrzeit hatten wir es dann aber doch geschafft und sind ziemlich müde im Motel angekommen (Zitat Kathi: So ein Motel ist immer wieder gruselig... sieht genauso aus wie in den Krimis). Naja, macht euch einfach selbst ein Bild davon, die schwarze Karre vor dem Motel war übrigens unsere:
Nachdem wir nach der langen Sucherei dann doch ziemlich abgekämpft waren, und es außerdem schon ziemlich spät war, fuhren wir am ersten Tag nicht mehr direkt in die Stadt. Wir entschieden uns, lieber ausgiebig Schlaf und Kraft für den nächsten Tag zu tanken.
Tag 2 begann dafür schon ziemlich früh. Um 8 Uhr trafen wir uns mit den anderen BG-Studenten (insgesamt haben ja 8 Leute in 2 Autos die Reise nach Pittsburgh angetreten) zum kontinentalen Frühstück in unserem Motel. Apropos kontinentales Frühstück: Ich weiß zwar nicht, auf welchem Kontinent so gefrühstückt wird, aber auf jeden Fall war das lausig. Es gab Kaffee und winzige Schoko-Donuts und... tja, nix mehr. Kaffee und Schoko-Donuts. Muss ein ganz mieser Kontinent sein, auf dem so gefrühstückt wird.
Egal, wir fuhren dann gemeinsam in die Stadt. Da unser Motel etwas außerhalb lag, war das eine ca. 15-minütige Fahrt über den Highway. Dann gehts noch durch einen Tunnel und urplötzlich liegt Pittsburgh in seiner ganzen Pracht vor dir:
Nachdem wir schon auf der Anfahrt kurz diese Aussicht hatten, wollten wir sie auch von einem richtigen Aussichtspunkt genießen. Eine alte Zahnradbahn brachte uns deshalb auf den Mount Washington, von dem man einen atemberaubenden Ausblick über die gesamte Stadt hatte. Pittsburghs Zahnradbahnen sind Zeugen der glorreichen Vergangenheit der Stadt. Pittsburgh war früher einmal die bedeutendste Stahl-Stadt der USA. 1945 wurde hier mehr Stahl erzeugt als im Rest der USA zusammen. Heutige Stahl-Produktion in der Stadt (angegeben in Millionen Tonnen): Null, zero, nada. Logischerweise hat das Sterben der Schwerindustrie der Stadt nicht besonders gut getan. Gerade in den Achtzigern gab es ziemliche wirtschaftliche Probleme, Arbeitslosikeit, Armut und Kriminalität. Mittlerweile hat die Stadt aber wieder auf einen guten Weg zurück gefunden. Dass die Skyline und das Stadtzentrum nach wie vor toll aussehen, sollen die nächsten beiden Bilder zeigen:
Dankenswerterweise brachte uns die Zahnradbahn auch wieder hinunter, sodass wir nicht laufen mussten und unsere Kräfte noch etwas aufsparen konnten. Beim Anstellen zur Zahnradbahn hat Kathi dieses kreative Bild geknipst. Es zeigt unsere gesamte Bande (im Vordergrund Tameika aus Anguilla, im Spiegel Kathi, Michi, Claudia, Andrea, Claudia und Caroline) im Warteraum:
Da das lausige Frühstück nicht besonders lange angehalten hatte, beschlossen wir, gleich etwas essen zu gehen. Unschlüssig, wo wir reingehen sollten, wanderten wir über den Station Square und standen plötzlich direkt vor dem HardRock Cafe Pittsburgh. Nix wie rein! Wie in allen HardRock Cafes üblich, waren auch hier eine Reihe von Gitarren, Lederjacken, goldenen Schallplatten usw. als Erinnerung an Rockmusiker ausgestellt. Wir tranken also gemütlich was, schauten uns um, aßen was, schauten uns noch mehr um und - natürlich - knipsten Erinnerungsfotos:
Dermaßen gestärkt ging es dann wieder raus in die Stadt. Nachdem wir die Innenstadt nun schon von außen (beim Auto fahren) und von oben (vom Mount Washington) gesehen hatten, fühlten wir uns stark genug, die Innenstadt auch von INNEN kennen zu lernen. Die Gruppe teilte sich auf, um die Stadt einige Zeit auf eigene Faust zu erkunden. Kathi und ich verbrachten die meiste Zeit bei Macy's, einem 11-stöckigen Kaufhaus, mitten in der Stadt. Hier haben wir unsere Garderobe vervollständigt (ich hab eine original Levi's Jean um umgerechnet 20 € gekriegt) und uns durch die einzelnen Abteilungen geschmökert. Durch die Stadt gebummelt sind wir aber auch. Nicht, dass ihr denkt, wir wären nur am Einkaufen gewesen. Hier der Beweis:
Dass diese Stadtbesichtigungen ganz schön fertig machen können, haben wir spätestens dann auch mitgekriegt. Unser Auto und seine Insassen haben sich deshalb kurzerhand dazu entschlossen, eine kleine Pause im Hotel einzulegen. Da es sehr heiß war (93° F in der Stadt), wollten wir vor dem Abendessen auch noch duschen und dazu kam diese Pause auch sehr gelegen. So gegen halb 8 abends ging's dann frisch erholt weiter.
Kennt ihr Hooters? Kulinarisch kein Beinbruch, falls ihr diese Restaurant-Kette nicht kennt. Aber kennt ihr die Hooters-Girls dann auch nicht? Da verhält sich das Ganze natürlich schon wieder etwas anders ;-)
Nein, Scherz beiseite. Hooters ist eine Restaurantkette, die ihren Erfolg zwei Umständen verdankt: 1. Haben die dort nur Kellnerinnen und 2. Haben die Kellnerinnen knappe Outfits an. Wir waren allerdings der Meinung, dass der Hype schon sehr aufgebauscht wird. Im Endeffekt war es eine Sportsbar, in der die Kellnerinnen Hot-Pants getragen haben. Im prüden Amerika ist das nun mal schon ein Skandal. Naja. Wenigstens können wir nun sagen, dass wir schon mal bei Hooters gegessen haben, noch einmal hingehen werden wir aber ziemlich sicher nicht.
Nachdem uns die Skyline Pittsburghs bei Tag schon so gut gefallen hat, wollten wir auch am Abend noch einmal kurz die Aussicht genießen. Deshalb sind wir nochmal auf den Mount Washington gefahren (diesmal mit dem Auto) und haben runtergeschaut und runtergeknipst. Ich hab eine nicht unwesentliche Anzahl von Fotos geschossen und kann mich nun nicht entscheiden, welche ich hier reinstellen soll. Hier einfach mal 2, die mir persönlich gut gefallen:
Tja, und somit war auch Tag 2 so gut wie vorbei. Nach dem Essen bei Hooters und dem neuerlichen Aussichtspunkt-Besuch war es kurz vor Mitternacht und wir fuhren zurück ins Hotel. Schließlich standen auch für den nächsten Tag schon wieder einige Programmpunkte fest. Aber davon morgen mehr...
Lg, Manfred










4 Kommentare:
Danke, warten gespannt auf morgen!
Mum u. Dad (von Kathi)
Hallo!
Ich muss schon sagen, die Fotos sind wirklich schön geworden (auch wenn wir bisher nur von hinten abgebildet sind *g*). Wir freuen uns schon auf eure Bilder.
C + M
Hallo ihr Beiden;
Manfred entwickelt sich ja schon zu einem richtigem Ami – läuft mit Becher (Diät-Cola?) durch die Straßen, wette in der anderen Hand war ein Burger und keine Leberkässemmel. Fehlt nur noch eine 38er im Hosenbund, evt. dann in Chikago?
Außerdem messen wir die Temperatur in Celsius, aber schon imponierend, diese Hitze, das sind doch glatt 307 Kelvin :-) oder ???
Wählt bitte auch andere Fotos aus – Hooters von außen - Scherzkekse, wir wollen die Kellnerinnen sehen!!!
Obwohl die Dosen diese Woche nur remis spielten, äußere ich mich nicht über die Bundesliga, warum wohl – selber nachsehen. Alex hat am Montag sein erstes Spiel in der U8 gespielt – auswärts 10:0 gegen die Erzfeinde aus Schweinbach gewonnen, merkt euch die Nummer 7 (od. auch nicht, da die Nr. noch nicht richtig zugeteilt sind u. jeder nimmt, was er grad erwischt).
So, nun ist Schluss mit schreiben, sonst wird der Kaffee kalt, bin nämlich in der Arbeit:-( in einer OÖ, pulsierenden Stahlstadt. Vielleicht mache ich auch mal Fotos von der Skyline, wird dann aber wahrscheinlich ‚keinen Hund’ interessieren.
l.g. Onkel
Hallo.
habt ihr morgen mal zeit, dass wir uns kurz treffen, bezüglich fotos und abrechnen.
Michi
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