Samstag, 27. Oktober 2007

Wir werden immer amerikanischer

An verregneten zu-Hause-bleib Wochenenden beschäftigen sich Österreicher und Amerikaner ähnlich: viele Frauen backen, während die Männer vor dem Fernseher Sport schauen. Auch wir tun dies, jedoch geht unser Nationalitätspendel immer mehr in Richtung "Sie sind Amerikaner".

Manfred schaut (während er für die Uni liest) College Football. Die Spiele der Unimannschaften werden im Fernsehen übertragen, darum variieren die Kick-off Zeiten auch so sehr (man kann schließlich nicht zwischen mehr als zwei Spielen hin und her schalten). Da es ziemlich viele Unis in den Staaten gibt, braucht man als Footballfan keine anderen Beschäftigungen für's Wochenende.

Kathi bäckt ... "Und, was macht das so amerikanisch?" wird sich der Durchschnittsleser jetzt denken. Kathi bäckt nicht Kuchen, sondern Muffins. Ja liebe linzer Verwandtschaft, wir wissen natürlich, dass man auch bei uns Muffins macht. Den Ausschlag gibt die Zubereitung: Milch, Öl, Eier und Pulver verrühren, backen, fertig. Es gibt uuunzählige Backmischungen für Muffins. Da kommt man gar nicht auf die schräge Idee, Mehl und so selber zusammenzumischen. Die Auswahl fällt einem richtig schwer ... möchte man nun die normalen Heidelbeermuffins, oder die mit mehr Heidelbeeren? (gleiche Firma!!!) Wir haben uns für Zimt-Streusel entschieden.



Wenn wir jedoch gerade nicht 16 Minuten Zeit haben, um auf unsere Muffins zu warten, gibt es noch den magischen Kuchen namens Warm Delight: Pulver in das mitgelieferte Schälchen schütten, 2 Löffel Wasser dazu, verrühren, 30 Sekunden Wärmebestrahlung in der Mikrowelle, fertig. Es ist ein richtiger Kuchen, der echt extrem gut schmeckt! Natürlich gibt es auch davon 6 verschiedene Sorten.

Aber nicht nur Football und amerikanische Backkunst sind dafür verantwortlich, dass wir immer mehr rot-blau-weiße Punkte sammeln. Auch die stets steigende Anzahl von BGSU-Produkten trägt viel dazu bei. Die Bilanz: Je ein T-Shirt und eine Weste, ein Block, ein Kalender, diverse Stifte und Schlüsselanhänger und Mappen, dann noch eine Kappe, ein Bär, eine Falkenkralle fürs Stadion und ein Plüsch "GoFalcons" um die Teamzugehörigkeit ganz deutlich zu zeigen. Wir müssen ja schließlich in einem Jahr mindestens genausoviele Merchandising Artikel besitzen, wie der amerikanische Durchschnittsstudent in seiner gesamten universitären Karriere. Wer's nicht glauben kann, hier ist der Beweis, dass es in unserem Zimmer schon aussieht, wie in einem Vogelnest.

Das an der Fensterscheibe ist selbstverständlich kein Schnee, sondern Regen. Ist ja erst Ende Oktober ;o)

Natürlich sind wir aber immer noch zum größten Teil Österreicher. Unsere Überlegungen am 26. Oktober doch zu schwänzen haben das deutlich gezeigt :o)

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Überlegungen zum 26.Oktober habt ihr hoffentlich gleich wieder verworfen!
Kathi ich glaub du braucht einen Auffrischungskochkurs wenn du nach Hause kommst! Bei uns macht man immer noch traditionellen Teig und bäckt ihn im normalen Ofen.
Mum u. Dad

Anonym hat gesagt…

Da momentan Lisi wegen ihrem Brief die Nase bei der Wahl der "Cousine der Woche" leicht vorne hat, sollte ich mich vielleicht auch einmal bei euch melden ;)
Finde den Blog sehr interessant...und vor allem der Kuchen aus der Mikrowelle fasziniert mich! sollte es in Österreich auch geben!
glg, chrisi

Anonym hat gesagt…

Rätsel:

bezüglich des Muffinfotos:

wo sind die fehlenden 4 Muffins. Da ihr beide schon so amerikanisch seid, kann ich mir kaum vorstellen, dass aus mangel an bedarf die fehlenden 4 nicht gebacken wurden - also wo sind sie??

ich rate mal, Mandy, hast du gestibitzt, bevor fotografiert wurde?

Klaus

Anonym hat gesagt…

auflösung:
die fehlenden muffins befinden sich schon zum auskühlen in einem kunststoffenen markenbehältnis. Was denkst du denn? Schließlich hat mama immer gesagt, wenn man warmen kuchen isst, bekommt man bauchweh. (heute sagt sie meistens nur "finger weg!"
;o)

Anonym hat gesagt…

sehr vorbildlich, die muffins für später aufzuheben, das klingt fast ein bisschen nach jäger und sammler ;) Den alten Geist der Urmenschen und nicht nach heutigen Amerikanern, die alles gleich essen, was sie zwischen den fingern bekommen *g*