Sonntag, 30. September 2007

Es kann nur einen geben...

So, es ist vollbracht. Seit gestern weiß die Welt, wer das bessere Bowling Green ist. Zumindest für die Zeit bis zum Revanche-Spiel. Es ist *trommelwirbel*

Bowling Green, Ohio

Natürlich. Eigentlich haben wir auch vor dem Spiel nicht daran gezweifelt. Aber jetzt ist es offiziell, nachdem die Falcons gestern die Western Kentucky Hilltoppers mit 41-21 nach Kentucky zurück geschickt haben. Besonders weh tun wird dieses Ergebnis wohl dem Bürgermeister der Stadt Bowling Green, Kentucky, der nun eine ganze Woche lang eine Falcons-Flagge vom Rathaus flattern lassen muss. Außerdem ist er verpflichtet, sich vor dieser Flagge in Pose zu werfen, sich so fotografieren zu lassen, und das Foto nach Bowling Green, Ohio zu schicken. Ich werd's hier im Blog nachreichen, sobald es ankommt.

EDIT: Foto angekommen. Hier isses:


Nachdem es für uns schon das zweite Football-Spiel war, wussten wir, was uns im Stadion erwarten würde. Wir konnten uns also schon etwas darauf vorbereiten. Die Vorbereitungen bestanden im Speziellen aus:

- so viel orangene Kleidung anziehen wie nur irgendwie möglich (beide)
- Meditation zu Ay Ziggy Zoomba Gesumme (Manfred)
- Falcons Tattoo ins Gesicht picken (Kathi)
- mit schwarzem Lippenstift Kriegsbemalung unter die Augen malen (Manfred)

Hier das Ergebnis von Kathis Bemühungen:



Das Spiel verlief eigentlich sehr einseitig. Auch wenn man die Falcons-Brille ablegt, waren die Hilltoppers eindeutig unterlegen. Es war trotzdem sehr interessant, das Spiel zu sehen, zumal ich George neben mir hatte, der mir viel über Football-Taktik und Football-Spielzüge sagen konnte. Ich hab mich während des Spiels auch mal als Kameramann versucht und einen kurzen Spielzug gefilmt. Ich probier mal, das hier reinzustellen. Wir sind die orangen ;-)




Fast alle Studenten und Einheimischen hier sind begeisterte Football-Fans. An Matchtagen trifft man im Supermarkt beispielsweise kaum jemanden, der nicht irgendetwas orangenes trägt. Das Spiel ist überall Tagesgespräch. Man ist hier eben sehr stolz auf das Team und freut sich über die Siege mit. Allerdings reicht der Stolz der meisten Amerikaner wohl nur bis zur Halbzeit des Spiels. Pünktlich zum Beginn des dritten Viertels setzt nämlich eine regelrechte Massenflucht aus dem Stadion ein. Den tatsächlichen Schlusspfiff erleben dann nur noch ein paar versprengte Fan-Grüppchen mit. Der Rest der Amis hat sich bereits aus dem Stadion verzogen und geht wieder seiner Wege...

Samstag, 29. September 2007

Homecoming Week

Wenn am Campus plötzlich kein Fenster unbemalt bleibt, die Klassenräume mit Unmengen Krepp-Papier in oranges und braunes Licht getaucht werden, und erwachsene Menschen sich bei einer Unmenge lustiger Spiele freiwillig zum Affen machen, dann...

... ja dann ist Homecoming-Week!

Die Homecoming-Week ist, wie der Name ja auch schon vermuten lässt, jene Woche im Jahr, in der die früheren BGSU-Absolventen den Weg zurück an die Uni finden. Verschiedene Uni-Organisationen organisieren eine Vielzahl von Veranstaltungen für die Alumni, damit diese alte Freunde wiedersehen, die Entwicklung des Campus mitverfolgen, oder derzeitigen Studenten die guten alten Zeiten näherbringen können. Einer der Höhepunkte der heurigen Homecoming-Week fand gestern statt: Die Kür der Homecoming-Queen und des Homecoming-Kings.

Bevor diese allerdings gekürt werden konnten, gab es eine Parade durch die Stadt und eine Unmenge anderer Ehrungen. Außerdem demonstrierten die Cheerleader und die Marching Band ihr Können bei ihren Darbietungen. Es war also ein durch und durch amerikanischer Abend, den sich Kathi und ich natürlich nicht entgehen lassen konnten.


Natürlich durften dabei auch die beiden gefiederten Maskottchen der Uni nicht fehlen. Ursprünglich hatte die Uni ja nur ein einziges Maskottchen. Freddie den Falken. Da sich Ende der 60er Jahre die amerikanischen StudentINNEN aber optisch nicht mehr besonders mit ihm identifizieren konnten, bekam er noch eine Freundin an die Seite gestellt: Frieda Falke. Nun sind wieder alle glücklich mit den Maskottchen. Ist das nicht toll? Japp, auch die Amis haben Probleme, die sie lieber nicht hätten. ;-)
Damit ihr euch eine Vorstellung der beiden Falken machen könnt, hier erstmal ein Bild von Freddie. Und Kathi. =)



Heute geht die Homecoming Week in die nächste Phase. Es steigt das traditionelle Homecoming-Footballspiel. Heutiger Gegner: Die Mannschaft aus Bowling Green, Kentucky. Es geht also um mehr als nur den Sieg. Es geht auch um die Ehre, das bessere Bowling Green zu sein. In diesem Sinne: GO FALCONS!!

Mittwoch, 26. September 2007

Test yourself!

Am Samstag haben Kathi und ich einen Bowling-Green-Fragebogen gefunden. Am Rücken einer anderen Studentin, die diesen Fragebogen auf ihr T-Shirt gedruckt hatte. Obwohl mein Hirn mit allerhand anderem Zeug voll gestopft ist, hab ich mir ein paar der Punkte gemerkt. Und die präsentiere ich jetzt mit unseren Antworten. Los gehts...


Du bist ein richtiger BGSU-Student, wenn...

1) ... dein Zimmer nur zwei Mal im Jahr gesaugt wird. Dezember und Mai.
Im Dezember und im Mai gehen hier die Studiensemester zu Ende. Das ist die Zeit, in der die Studenten, die am Campus wohnen, aus ihren Studentenheimzimmern ausziehen (zumindest vorübergehend). Und dann kommt der große Putztrupp und räumt mal etwas auf. Wir wohnen aber nicht am Campus und müssen daher den Kampf gegen den Schmutz höchstselbst aufnehmen. Und wie! Bei uns wird jede Woche mindestens einmal gesaugt. Wir haben in unserer WG nämlich einen sehr straffen Putzplan, über deren Einhaltung Kathi genau Buch führt. Also sorry, aber in dieser Hinsicht sind wir wohl (noch) keine richtigen BGSU Studenten.
Staubsauger: 0-1

2) ...du den Text zu Ay Ziggy Zoomba auswendig kannst, aber nicht weißt, wie man Clough Street ausspricht.
Oh ja, ein Treffer. Ay Ziggy Zoomba kann ich auswendig. Vorwärts und rückwärts. Sogar mit Melodie (wenns sein muss). Aber leider weiß ich nicht, wie man Clough Street ausspricht (eine der Straßen nahe am Campus, in der hauptsächlich Studenten wohnen). Manche sagen sowas ähnliches wie "Klaff Street". Andere wiederum sind felsenfest überzeugt, man spricht das "Klu Street" aus. Eine weitere Fraktion sagt voller Überzeugung "Klo Street". Und dann gibts noch die Gruppe, der auch ich angehöre. Wir wechseln ab und sagen mal das eine und mal das andere. Um die Verwirrung komplett zu machen, sozusagen.
Die Klo-Straße sorgt also für den Ausgleich: 1-1

3) ...du an Windgeschwindigkeiten von 50 mph und mehr gewöhnt bist.
Nachdem ich das jetzt mehrmals im Kopf überschlagen habe, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass 50 mph ca. 80 Stundenkilometer sein könnten. Das ist schon ein ganz strammes Lüftchen. Es ist hier in der Tat öfters windig, wenn auch nicht richtig stürmisch. Und abgesehen von den beiden Tornado-Alarmen in unserer ersten Woche hier, hat sich in dieser Hinsicht auch nicht mehr viel getan. Oder haben wir uns bloß schon so an das hier herrschende Klima gewöhnt, dass uns der Unterschied zu daheim gar nicht mehr auffällt? Wir sind ja schließlich schon fast 2 Monate hier. Ich geb uns jetzt also einfach mal einen Punkt dafür und hoffe, diese Ansicht nicht allzu bald revidieren zu müssen.
Wir gehen in Führung: 2-1

4) ...dich der Zug in der Nacht nicht mehr aufweckt.
Ich weiß, was ihr jetzt denkt: So ein kleiner jämmerlicher Zug weckt doch niemanden auf. Tja, das ist so leider nicht ganz richtig. Die Züge hier sind nicht klein und jämmerlich, sondern ziiiemlich lang. Da wartet man schon mal ein paar Minuten, bis eines dieser Ungetüme vorbei ist. Außerdem tröten die ständig. Dauernd. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Daheim in Österrich hupt ein Zug nur dann Sturm, wenn wirklich Gefahr in Verzug ist. Das sehen die Amis etwas anders. Die hupen wiederholt und ausdauernd.
Dennoch haben wir uns an das Pfeifkonzert gewöhnt. Wir wohnen glücklicherweise auch ziemlich weit weg von den Gleisen. Das heißt für uns, dass wir erstens die Nächte durchschlafen können und zweitens dafür einen Punkt absahnen.
3-1. Scheint ja fast, als seien wir Muster-Studenten.

5) ...du nach 5 Jahren immer noch College-Senior bist.
Wenn man als junger amerikanischer Stiftler ans College kommt, ist man im ersten Jahr ein "Freshman". Studenten im 2. Jahr werden als "Sophomores" bezeichnet, die im 3. Jahr sind "Juniors" und die im 4. Jahr "Seniors". Am Ende des 4. Jahres steht im Normalfall der Abschluss des Studiums, die "Graduation". Schafft man es nicht, in diesen 4 Jahren zur Graduation zu kommen, muss man eben ein 5. Jahr anhängen.
Tja, ich weiß ja nicht, wie das die Amis so halten, aber wir sind hier sehr schnell unterwegs. Wir sind ja bloß ein Studienjahr hier und Anfang Juni gehts schon wieder zurück. Allerdings schaffen es 50 % von uns (ja, ich hab auch das mehrfach im Kopf überschlagen) in diesem einen Jahr dennoch zur Graduation. Man kanns also wohl drehen und wenden, wie man will - diesen Punkt müssen wir abgeben.
3-2 weil Kathi ja unbedingt ihren Master machen will ;-)

6) ...du deinem Mitbewohner nicht erlaubst, ein Bügeleisen zu besitzen.
Oh Mist. Wir haben ein Bügeleisen. Und ein Bügelbrett. Außerdem mehrere Wäschekörbe, eine Waschmaschine und einen Wäschetrockner. Da ist wohl nix zu machen. Widerstand zwecklos, es wird wohl nur ein Unentschieden.
3-3 Endstand


Auswertung: Verbesserungswürdig, aber nicht hoffnungslos.
Ihre Test-Auswertung zeigt, dass Sie bereits sehr hart an sich gearbeitet haben, um ein richtiger BGSU-Student zu werden. Sie sind gut unterwegs, vergessen Sie aber nicht, dass Sie noch einen weiten Weg vor sich haben. Arbeiten Sie an Ihren Schwächen!
Profi-Auswertung:
Eine detaillierte Analyse Ihrer Antworten hat ergeben, dass Sie zu reinlich sind. Sie besitzen sowohl ein Bügeleisen, als auch einen Staubsauger. Verscherbeln Sie die beiden Trümmer, legen Sie den Verkaufserlös in Bier an und warten Sie 2 Wochen. Schon steht es 5-1 für Sie! =)

Samstag, 22. September 2007

Ay Ziggy Zoomba Zoomba Zoomba

Ay Ziggy Zoomba Zoomba Zoomba
Ay Ziggy Zoomba Zoomba Ze
Ay Ziggy Zoomba Zoomba Zoomba

Ay Ziggy Zoomba Zoomba Ze

Roll along, you BG Warriors

Roll along and win for BGSU!

Was sich hier ein bisschen so liest wie die gesammelten Erkenntnisse eines Sturzbetrunkenen, ist in Wahrheit der inoffizielle Schlachtgesang der Bowling Green Falcons Football-Mannschaft. Und nachdem ich Kathi die letzten Tage schon immer mit diesen Zeilen (und mit frei interpretierter Melodie) auf die Nerven gegangen bin, war es heute ENDLICH so weit: Die amerikanischste aller Sportarten hat ihren Weg nach Bowling Green gefunden. Hat eine Weile gedauert, da die Falcons zu Saisonbeginn 2 Auswärtsspiele und dann spielfrei hatten. Aber heute stieg endlich das erste Heimspiel. Gegner: Die Temple Owls aus Philadelphia, die sich in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade durch besonders viele Siege hervorgetan hatten. Die Vorzeichen standen also sehr gut.

Da bereits zu mittags, Punkt 12 Uhr, der Kick-Off vorgenommen wurde, machten wir uns so um 11 auf in Richtung Stadion. Das Stadion gehört auch zum Campus und wurde gerade erst wieder richtig in Schuss gebracht. Mit einem Bowling-Green-Studentenausweis kommt man noch dazu gratis rein. In dieser Hinsicht war es schon fast ein Muss, heute das erste Heimspiel zu besuchen. Also wie gesagt, Kick-Off war unter der prallen Mittagssonne (ja, es war heute nochmal richtig heiß!) Oh, apropos Kick-Off... hier isser:


Das Spiel war ganz gut besucht, aber bei Weitem nicht ausverkauft. Eigentlich schade, da heute wirklich gutes Football-schauen-und-dabei-braun-werden-Wetter war. Kathi und ich haben beide halbseitige Bräunungserscheinungen. Das Spiel dauerte immerhin knappe 4 Stunden, während denen die Sonne unerbittlich ihre Strahlen auf unsere ungeschützte Haut losließ. Da wir es verabsäumt haben, zur Halbzeit die Tribüne zu wechseln, sind wir jetzt nur halbseitig gebräunt. Meine rechte Flanke hat einen schönen sommerlichen Teint bekommen.
Aber ich verplappere mich schon wieder. Was wollte ich eigentlich sagen? Hmmm, weiß ich nicht mehr... aja, das Stadion war nicht voll, aber einigermaßen gut besucht. Beweis? Bitte sehr:


Bereits vor Spielgbeginn stellte die marching band ihr Können unter Beweis. Kathi war ganz hin und weg: Die hatten nicht weniger als 20 Flöten, 28 Saxophone und 15 Posaunen in ihren Diensten. Dementsprechend lauten Krach gaben die dann auch von sich. Während des Matches nahm die Band dann auf einer eigenen Tribüne Aufstellung und sorgte für typisch amerikanische Footballstadion-Atmosphäre. Die hatten leider nicht das allergrößte Repertoire, aber dafür kann ich jetzt die Original Ay Ziggy Zoomba Melodie auswendig. Immerhin. Hier mal 2 Fotos von der Band:



Football gespielt wurde aber auch. Ziemlich viel sogar. Nach anfänglichem Geplänkel kam es zu Beginn des 2. Viertels gleich zu einer Serie von Touch downs. Blöderweise waren Kathi und ich genau zu diesem Zeitpunkt in einer laaangen Schlange vor den Hot-Dog-Ständen eingeklemmt. Dumm gelaufen. Dafür waren die Hot Dogs lecker. Wenn man schon mal im Stadion ist, dann darf man sich diese Dinger ja schließlich auch nicht entgehen lassen. Zur Halbzeit war das Spiel noch ausgeglichen und sehr spannend: 21-21. Im dritten Viertel drehten die Falcons dann aber so richig auf und sorgten mit zwei Touchdowns und einem Field Goal für klare Verhältnisse. Im vierten Viertel ergaben sich die Owls schließlich in ihr Schicksal und erkannten die Überlegenheit der Falken aus Bowling Green an. 48-35 Sieg. HURRA!

Zum Abschluss noch ein paar Schnappschüsse vom Spiel. Das nachfolgende Foto beispielsweise entstand nur Sekundenbruchteile bevor die Nummer 13 der Owls von unserer Nummer 40 dem Erdboden gleich gemacht wurde:


Aus der beliebten Reihe der Suchbilder. Heute: Finde den Football!


Das nächste Foto nenne ich "Stillleben in grün, weiß und braun"


Und schließlich: Die Cheerleader und ihre etwas eigenwillige Inszenierung des Turmbaus zu Babel:

Donnerstag, 20. September 2007

lustige Werbungen für lustiges Essen

Wie ihr ja wahrscheinlich alle wisst, sind Manfred und ich begeisterte Schauer ... Fernseher ... TV Zuschauer, halt. Aus der Werbung wissen wir, dass DOMINO PIZZA eine neue Dessert-Pizza anbietet. Da sind OREO Kekse drauf. OREO Kekse sind hier sehr beliebt und irgendwie anscheinend schon so was wie Kult. Und DOMINO PIZZA schmeißt diese Kekse auf eine Pizza (man kann sie auch frittieren ... auch schon gesehen in real, aber nicht probiert ... unser Mut war nicht groß genug).

Da wir nicht nur die Idee der Keksepizza, sondern vor allem die Werbung dafür geil finden, haben wir recherchiert und alle Anstrengungen auf uns genommen, um diese geniale Werbung auch für euch zugänglich zu machen: wir haben auf youtube.com gesucht und sie auch sofort gefunden. Also hier, zum ersten Mal im deutschsprachigen Fernsehen, die Domino Oreo Dessert Pizza Werbung (lange Version):

Dienstag, 18. September 2007

Halloween Special

Es ist für uns hier immer wieder schön, wenn wir herausfinden, dass Amerikaner manche Dinge genauso machen, wie wir's von daheim gewöhnt sind. Glücklicherweise ist das regelmäßig der Fall. Fast Food, zum Beispiel, schmeckt hier genauso wie in Österreich. Außerdem sehen die das mit dem Rechtsverkehr auf den Straßen ähnlich wie wir. Und in den Supermärkten finden sich neben einer Vielzahl amerikanischer Produkte auch Sachen von Knorr.

Damit ist es aber noch nicht getan. Gerade in der letzten Woche wurden wir wiederholt auf eine weitere Gemeinsamkeit aufmerksam: Wie wir Österreicher dürfen auch die Amis ihre Feiertagskalender getrost zum Altpapier geben. Auch sie werden nämlich pünktlich 2 Monate im Voraus von den netten Damen und Herren im Einzelhandel daran erinnert, dass eine Festivität quasi unmittelbar vor der Tür steht.

Tja, und da ja schon am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, ist es jetzt auch schon allerhöchste Zeit, sich mit allerhand Gruseligem einzudecken. Die Palette reicht dabei von kompletten Kostümen (die Idee, dass Kostüme auch verliehen werden könnten, finden die Amis übrigens eigenartig), über verschiedenartige Deko-Artikel bis hin zu Süßigkeiten und kleine Plastikkübel, in denen Letztere von Kindern in Spiderman- oder Piraten-Kostümen sicher verwahrt werden können. Puh. (Ja, auch ich musste den letzten Satz mehrmals lesen um ihn zu verstehen ;-)

Und wisst ihr was? Wir haben auch schon begonnen, uns mit Kleinigkeiten für Halloween einzudecken. Naja, eigentlich nicht WIR, sondern unsere Mitbewohnerin Nadine, aber sie hat uns an ihrem ersten Einkauf teilhaben lassen. Sie hat sich nämlich bei Kroger eine Packung Scherzblut-Kapseln gekauft, die sie gemeinsam mit mir getestet hat. Kathi war für die fotografische Dokumentation der Aktion zuständig. Man muss ja schließlich seine Halloween-Artikel zuerst mal einem Testlauf unterziehen, bevor man sie unter Realbedingungen zum Einsatz kommen lässt. So sahen die Dinger im Urzustand aus:




TESTBERICHT

Testobjekt: Blutkapsel
Packungsgröße: 10 Stück
Preis pro Packung: überteuerte 99 Cent
Kurzbeschreibung des Testobjekts: Überaus aerodynamisch geformte Plastikhülsen, gefüllt mit dunkelrotem Scherzblut. Höhe ca. 3 cm. Siehe Foto für nähere Informationen

Testerfolg: Positiv
Dauer des Testvorgangs: Ca. 4 Minuten
Kurzbeschreibung des Testablaufs: Die beiden Probanden nehmen nach kurzem Zögern je eine Kapsel in die Mundhöhle und zerbeißen die äußere Hülle ruckartig mit den Backenzähnen. Bereits nach kürzester Zeit tritt in beiden Fällen die gewünschte Wirkung ein und das Scherzblut verteilt sich in den Mundräumen der Probanden. Die Konsistenz des Scherzblutes wurde von den Probanden als "täuschend echt" eingestuft.

Nebenwirkungen: Unkontrollierbares Gelächter in beiden Fällen. Gelächter tritt gehäuft auf, wenn die Probanden die Wirkung der Kapseln im Spiegel mitverfolgen.
Gewöhnungseffekte: (Gott sei Dank) Bisher keine
Geschmack des Scherzblutes: Erdbeer-Kirsch-Katzensträu

Beilagen: 2 weitere Fotos zur Testdokumentation



Samstag, 15. September 2007

The American Way of Life #6

Heute: Papierschnipsel, Sternschnitte & Co.

Seit Sigmund Freud wissen wir ja, dass die Ursache aller unserer schrulligen Verhaltensweisen in der Kindheit zu suchen (und zu finden) sind. Werden Bedürfnisse in der Kindheit unterdrückt, kommen die im Erwachsenenalter umso stärker zurück. Okay, dann folge ich mal der Ansicht des guten alten Sigi und behaupte: In amerikanischen Kindergärten wird zu wenig gebastelt, geschnipselt, ausgeschnitten.

Warum ich das behaupte? Ganz einfach - Amis stehen als Erwachsene voll auf diese kleinen Gutscheine und Coupons, die man aus der Zeitung ausschneiden muss. Beinahe täglich finden sich in der Zeitung irgendwelche Gutscheine, bei denen man waaaahnsinnig tolle Vergünstigungen abstauben kann. 2 Big Mäcs zum Preis von einem zum Beispiel. Ist das nicht klasse?

Bei Kroger teilen die auch manchmal Gutscheine aus. Wenn man einen bestimmten Artikel kauft, bei dem grad eine Aktion läuft, dann gibts auch schon nen Gutschein. Den kriegt man dann zusammen mit dem Kassazettel in die Hand gedrückt. Der Clou an der ganzen Sache: Man weiß nie, bei welchen Artikeln gerade Aktionen laufen. Hast du beim letzten Mal einen Salat-Gutschein bekommen, kann's heute bereits ein Joghurt-Gutschein sein. Raffiniert, nicht? Wie ihr euch denken könnt, spielen sich da manchmal dramatische Szenen an der Kasse ab ;-)

Die Krönung sind aber natürlich diese Gutschein-Hefte, die man manchmal in seinem Postkasten findet. Da sind dann gleich Dutzende Ermäßigungen unter einem Dach vereint, was zu ganz witzigen Kombinationen führen kann. Zuerst gratis ins Solarium und dann auf dem Heimweg den Gutschein für die After-Sun-Creme einlösen. Oder zuerst günstig bowlen, dann gratis Eis laufen und gratis Trainieren im Fitnesscenter und schließlich - um die lädierten Knochen wieder einzurenken - eine Massage zum halben Preis.

Unsere Gutschein-Kollektion hat mittlerweise respektable Ausmaße angenommen:



Hier mal die Crème de la Crème unserer Sammlung:

- 20 $ Rabatt beim Kauf von Winterreifen
- 1 gratis Burrito
- 1 x gratis Schuhe ausleihen in der Bowlingbahn
- 1 gratis Piercing (wenn man sich zusätzlich eines zum Vollpreis machen lässt)
- ein 200$ Benzin-Gutschein (beim Kauf eines Neuwagens)
- 1 Flasche Paraffin-Wachs zur Nagelpflege
- Dutzende Gutscheine für Handy-Ladegeräte
- ein 2$ Gutschein im Recycling-Center (bei Rückgabe von mindestens 2 Pfund Altmetall)
- ein 5$-Bonus bei meiner nächsten Blutplasma-Spende

und hier noch mein absoluter Liebling:

- 250$ Ermäßigung beim Vollausbau unseres Kellers (Isolieren, Wände einziehen, Boden legen... das volle Programm eben)


So, und ich hab jetzt Hunger gekriegt beim vielen Tippen. Werd mir beim Pizzeria-Nachbarn eine Pizza holen. Die sind nämlich richtig gut und auch überhaupt nicht teuer. Außerdem krieg ich dort Rabatt - es war da nämlich heute so ein Coupon in der Zeitung... ;-)

Donnerstag, 13. September 2007

9/11 Gedenkfeiern

Diesen Dienstag jährten sich die Terroranschläge auf das World Trade Center zum 6. Mal. Wir hatten uns schon zu Hause gefragt, wieviel man davon in den USA mitkriegen würde. Ob die auch in Ohio große Gedenkfeiern abhalten? Immerhin sind wir ein gutes Stück von N.Y. weg. Oder wird das nur so eine wir-setzen-die-Flaggen-auf-Halbmast-und-gut-ist-Aktion? Mittlerweile kennen wir die Amis schon etwas besser und dachten uns daher bereits im Vorfeld, dass es mit ner kümmerlichen Halbmast-Flagge nicht getan sein würde... und wir hatten recht:

Die Feierlichkeiten begannen für Kathi und mich bereits morgens um 8 an der Bushaltestelle. Von der nahen High-School drang beständig Lärm zu uns herüber. Erst nach einiger Weile konnten wir den Lärm als Musik identifizieren, die die Kapelle der Schule von sich gab. Die übten um diese nachtschlafende Uhrzeit schon fleißig, um bei den Feierlichkeiten dann einigermaßen feierlich zu klingen. Meiner bescheidenen Meinung nach hatten die noch eine ganze Weile zu üben. Egal, wir wussten dadurch wenigstens bereits am Morgen, dass das kein normaler Tag werden würde.

An der Uni angekommen, fanden wir heraus, dass für 9.11 Uhr eine Campus-weite Schweigeminute eingeplant war. Na super, 9.11 Uhr fällt genau in Kathis Unterricht. Sie war deswegen etwas nervös, weil man ja nicht genau weiß, wie die das hier mit Schweigeminuten so halten. In Österreich gibts ja die Tradition der Pseudo-Schweigeminuten, bei denen man sich eben mal kurz erhebt, betreten auf den Boden starrt, sich räuspert und danke, das wars. Aber die Amis? Bestehen die auf ihr Recht auf volle 60 Sekunden? Empfinden die das vielleicht als unhöflich, wenn man als Lehrerin die Aktion nach, sagen wir, 15 Sekunden wieder abbricht? Im Endeffekt wars dann aber eh ein Selbstläufer. Kathi informierte ihre Schüler gleich zu Stundenbeginn über die geplante Schweigeminute und als es soweit war, wussten die eh, was zu tun war. Und ja, die hielten eine volle Minute durch.

Zu Mittag wurden dann rund um die Student Union (das ist sozusagen das Herz der Uni, hier werden die Studenten verköstigt, hier befindet sich die Poststelle und der Buchladen usw.) 2.997 kleine US-Flaggen aufgestellt. An jedes Opfer der Terroranschläge erinnerte also eine dieser Flaggen. Mich erinnerte das Ganze irgendwie an die bekannten US-Militärfriedhöfe, bei denen Kreuze genau ausgerichtet in Reih und Glied auf getrimmtem Rasen herumstehen. Es war aber irgendwie beeindruckend zu sehen, wie das Uni-Leben an diesen Flaggen vorbei weiterlief.



Den ganzen Tag über lief im Fernsehen spezielles Gedenk-Programm. Einer der Sender strahlte sogar das Original-Band von vor 6 Jahren aus. Also einfach deren Berichterstattung, die sie damals live gebracht haben. George und ich haben uns das eine Weile angesehen und er erzählte mir, wie er den Tag erlebt hat. George war zu dieser Zeit zwar nicht in Amerika, aber er kommt ja aus New Jersey und kennt sich daher auch in New York sehr gut aus. Außerdem hat er als Amerikaner natürlich eine ganz andere Beziehung zu dem Ganzen.

Am Abend fand dann noch eine offizielle Gedenk-Kundgebung im großen Ballsaal der Student-Union statt. Der Ballsaal war gesteckt voll - ich hab keine Ahnung, wieviele Menschen da genau reingehen, aber ich schätze einmal, dass es schon so zwischen 700 und 1.000 gewesen sein müssen. Was folgte, war eine sehr amerikanische Gedenkfeier. Die begann mit dem Hissen der US-Flagge und der Flagge des Bundesstaats Ohio durch 4 US-Soldaten. Danach erhob sich der ganze Saal von den Stühlen, eine Sängerin trat zum Mikro und sang die amerikanische Nationalhymne. Irgendwie ungewohnt für uns war, dass niemand mitsang. Wir hatten schon Bedenken, dass wir die Einzigen sein würden, die den Text nicht könnten. Aber es sang niemand mit, der Großteil legte die rechte Hand aufs Herz und blickte stumm nach vorne. Im Anschluss daran sprach ein Pfarrer über Erinnerung und Vergebung.

Dann kam ein weiterer Redner auf die Bühne - Earl Johnson, ein Überlebender der Anschläge. Das war eigentlich auch der Hauptgrund, warum Kathi und ich da hingegangen sind. Earl Johnson arbeitete im 51. Stockwerk des Nord-Turms, als dieser als Erster von den Flugzeugen getroffen wurde. Er schilderte, wie er den Tag erlebte und wie er es schaffte, noch vor dem Einsturz aus dem Turm zu flüchten. Das war dann doch sehr beeindruckend.
Abgeschlossen wurde die ganze Gedenkfeier von einer Fotopräsentation und einer Art Fackelzug über den Campus, an dem wir aber nicht mehr teilnahmen.

Von der offiziellen Veranstaltung hab ich keine Fotos. Hätte denen glaub ich nicht so gut gefallen, wenn ich plötzlich aufgesprungen wär und fotografiert hätte. Aber es waren 2 Kamerateams anwesend, die für das lokale Fernsehen filmten. Und die hatten diese original-amerikanischen Übertragungswägen, wie man sie aus Filmen kennt:

Samstag, 8. September 2007

Wenn die Uni einen ausgibt ...

Gestern war das Campus Fest. Viele Organisationen, Studienrichtungen, Shops und Lokale haben ihre Stände aufgebaut, informiert und Sachen oder Gutscheine verschenkt. Da ist schon mal ganz schön was los. Wenn es dann aber auch noch free food gibt, entsteht in Windeseile ein enormes Picknick. Studenten und Professoren sitzen essend im Gras, die Sonne scheint und alle sind sehr zufrieden. Natürlich bin ich mit den Studien- /Bürokollegen die paar Schritte gegangen ... wir hatten Hunger und es war gratis.


Dank der professionellen Abwicklung dieses Megaevents (immerhin waren da geschätzte 2.000 hungrige Studenten auf den Beinen) ging das mit dem Essen auch relativ schnell. Es gab Stationenbetrieb, wo man sich in 6 oder 8 Schlangen erst den Beilagen (also Chips, Obst und Cookies mit dem typisch amerikanischen 10 Zentimetern Durchmesser), dem Mittelpunkt dieses hochwertigen Mahls (HotDogs oder Hamburger), den Tischchen mit Ketschup,Senf und Servietten, den unzähligen Kühltruhen mit Getränken (schön sortiert nach Marke) und schließlich der Picknickwiese nähern konnte.


Jason und George



Kathi
:o)

Donnerstag, 6. September 2007

Pittsburgh - Tag 3 & 4

So, mit einem Tag Verspätung gehts hier weiter. Warum erst heute? Nun, Kathi und ich waren gestern bis 21 Uhr an der Uni und haben uns im Anschluss daran ein Bierchen (Bud light, igitt!) im Uni-Pub gegönnt. In diesem Pub war gestern Quiz-Night, d.h. die hatten einen Quizmaster, der pro Runde 10 Fragen stellte. Das gesamte Lokal konnte dann miträtseln und einzeln oder in Gruppen die gefundenen Antworten notieren. Am Ende jeder Runde gabs eine Auswertung und kleine Preise zu gewinnen.
Tja, wir haben leider nix gewonnen, da wir nicht wussten, welche Namen die Amerikaner gerne ihren Hunden geben. Wir haben "Waldi" geraten - war leider nicht richtig. Egal, hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Leider wars dann, als wir nach Hause gekommen sind, schon ziemlich spät und wir haben das Blog-Eintrag-Schreiben auf heute verschoben.

Aber ich schweife ab. Ich wollte ja eigentlich von unserem Pittsburgh-Ausflug erzählen. Also los:
Auch den dritten Tag begannen wir mit einem furchterregenden kontinentalen Frühstück: Kaffee und winzige Schoko-Donuts. Schon wieder. Tja, das Leben ist kein Wunschkonzert ;-) Wir sind dann ziemlich schnell aufgebrochen und in die Stadt gefahren. Bereits am Tag zuvor hatten wir entschieden, diesen Vormittag der Pop-Art zu widmen. Also jener Kunstrichtung, deren Hohepriester Andy Warhol geborener Pittsburgher war. Deswegen gibt es in Pittsburgh auch das Andy-Warhol-Museum, das auf nicht weniger als 7 Stockwerken eine ganze Menge Arbeiten des Künstlers ausstellt.



Suchbild: Auf dem unteren Foto habe ich mich irgendwo versteckt. Ich weiß, kaum zu glauben. Falls mich jemand finden sollte: Das Polo-Hemd is neu ;-)


So gegen Mittag beschlichen uns dann allerdings zwei merkwürdige Gefühle: Erstens waren wir der Meinung, dass wir die Kunst Andy Warhols mittlerweile ausreichend gewürdigt hätten und zweitens machte sich eine gewisse Bauchleere, begleitet von (mehr oder weniger rhythmischem) Magengrummeln in uns breit. Tja, und da ein Mann tun muss, was ein Mann eben tun muss, sind wir raus aus dem Museum und rein in ein nettes italienisches Restaurant, das uns mit Unmengen Pasta versorgte. Gefüllt bis oben hin und ausgestattet mit Take-Away-Boxen (niemand aus unserer Runde konnte seine/ihre Portion aufessen), wanderten wir dann eine Weile durch die Stadt.
Da die Stadt Pittsburgh an drei Flüssen liegt und das ganze Terrain außerdem sehr hügelig ist, findet man hier mehr Brücken als in Venedig. Einige wenige davon habe ich auf unserem Spaziergang fotografiert. Außerdem sind wir am Baseballstadion, der Heimstätte der Pittsburgh Pirates, vorbeigekommen. Auch hier haben wir einen verstohlenen Blick reingeworfen:





Nach dem Stadtspaziergang fuhren wir erst noch in ein Einkaufszentrum in der Nähe unseres Hotels. Nach einer Shopping-Runde ging es dann zurück ins Hotel zum Duschen und Entspannen.
Der Höhepunkt des Tages erwartete uns schließlich um 19 Uhr. Wir hatten eine Rundfahrt mit Ducky-Tours gebucht. Ja, das mag sich jetzt lustig anhören, war aber richtig toll. Ducky-Tours-Rundfahrten werden nämlich nicht mit herkömmlichen Bussen durchgeführt, sondern mit diesen lustigen Teilen hier:



Was so besonders an diesem Ding ist? Ganz einfach, es kann schwimmen. Diese Ducks sind Amphibienfahrzeuge, die 1945 für den Krieg gebaut, jedoch nicht mehr gebraucht wurden. Deshalb strandeten sie irgendwie in Pittsburgh, wo irgendwann irgendwer auf die Idee kam, diese Gefährte mit Touristen voll zu stopfen und Rundfahrten zu organisieren. Wie, ihr glaubt mir nicht, dass diese Dinger schwimmen können? Na gut, ich kanns beweisen:



Unsere Duck chauffierte uns eine knappe Stunde durch Pittsburgh, während der Fremdenführer ununterbrochen auf uns einredete. Dafür wissen wir jetzt jede Menge Interessantes, Spannendes, Lustiges und Unnützes über die Geschichte der Stadt. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Gefängnis-Szenen aus Das Schweigen der Lämmer hier gedreht wurden? Oder dass es in Pittsburgh Straßen gibt, die mit den zerschredderten Resten eines abgerissenen Hauses asphaltiert wurden? Na seht ihr, man lernt eben nie aus ;-)

Außerdem hat uns das Enten-Gefährt zu Plätzen gebracht, die wir sonst nie gesehen hätten. Das alte Diesel-Unterseeboot aus dem 2. Weltkrieg zum Beispiel, das direkt vor der Stadt vor Anker liegt, hätten wir sonst nie entdeckt. Außerdem sahen wir das Wahrzeichen der Stadt, die Pittsburgh-Fountain vom Wasser aus. Diese Wasserfontäne verfügt über ein eigenes Computer-Steuerungssystem. Je nach vorherrschender Windstärke ändert sich die Höhe der Fontäne automatisch. Viel Wind - winzige Fontäne, kein Wind - Riesen Fontäne (ihr seht, ich gebe bereits das ganze unnütze Wissen des Reiseführers an euch weiter)




Nach der Rundfahrt trafen wir uns mit dem Rest der Gruppe zum Abendessen. Im Anschluss daran schossen wir noch eine Reihe von Erinnerungsfotos an der Central Station. Oder genauer gesagt: Vor den beleuchteten Wasserspielen, die eine ganz nette Kulisse abgaben:


Unser ganzes Pack von links nach rechts: Caroline, Kathi, Manfred, Claudia, Tameika, Andrea, Michi und Claudia


Nach diesem langen Tag waren wir fürs Erste einmal richtig geschafft und fielen in unsere Betten.
Tag 4 ist dann rasch erzählt. Nach dem Frühstück (fragt nicht) ging's noch einmal kurz in das Einkaufszentrum, das wir am Vortag entdeckt hatten. Dann machten wir uns auch schon auf die Heimfahrt, bei der wir unseren Weg zur Abwechslung sogar auf Anhieb fanden. Hier noch ein letztes Bild davon:

Dienstag, 4. September 2007

Pittsburgh - Tag 1 & 2

So... geschafft... unser erstes verlängertes Wochenende und somit auch unser erster Ausflug liegen hinter uns. Wie schon angekündigt ging es von Freitag abends bis Montag abends nach Pittsburgh in den Bundesstaat Pennsylvania. Es war super. So super, dass wir gar nicht alles in einen Post packen können. Deshalb gibts hier und heute mal Reisebericht Teil 1. Teil 2 wird dann morgen folgen.

Wieso wir eigentlich ein verlängertes Wochenende hatten? Ganz einfach, es war Labor Day (also Tag der Arbeit) und während (beinahe) die ganze Welt am 1. Mai den Tag der Arbeit feiert, müssen die Amis wieder ihre eigenen Brötchen backen. Tag der Arbeit klingt für die Amis sowieso ein bisschen suspekt. Ein Feiertag für Arbeiter? Das riecht ja schon mal sehr nach Sozialismus, nach Russland, nach durch und durch böse. Andererseits hat man selber auch ein paar Dutzend Millionen Arbeiter im Land. Die will man dann auch nicht vergraulen, in dem man ihnen den Feiertag verwehrt. Tja, Zwickmühle. Hmmm... Was macht man in so einem Fall im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Richtig, einen Kompromiss: Feiertag ja, 1. Mai nein. Ha - durch und durch demokratische Lösung gefunden. Nun wird der Labor Day hier immer am 1. Montag im September gefeiert, was zumindest jedes Jahr ein verlängertes Wochenende garantiert.

So genug geschwafelt, jetzt gehts endlich mit dem eigentlichen Bericht los. Also am Freitag habe ich mich um halb vier mit Michi und Claudia getroffen. Wir haben das Mietauto (einen schwarzen 2007 Chevrolet Cobalt mit Automatik) vom Verleiher und Kathi von der Uni abgeholt. Nach ca. 4 Stunden Fahrzeit kamen wir auch ohne größere Probleme in Pittsburgh an. In Pittsburgh, genau - nicht in unserem Motel. Wir hatten zwar reserviert, haben aber die richtige Abfahrt sehr lange nicht gefunden, da wir alle (ALLE!!!) die Internet-Routenplan-Ausdrucke daheim vergessen hatten. Kommentare dazu unerwünscht ;-)
Nach insgesamt 5 Stunden Fahrzeit hatten wir es dann a
ber doch geschafft und sind ziemlich müde im Motel angekommen (Zitat Kathi: So ein Motel ist immer wieder gruselig... sieht genauso aus wie in den Krimis). Naja, macht euch einfach selbst ein Bild davon, die schwarze Karre vor dem Motel war übrigens unsere:


Nachdem wir nach der langen Sucherei dann doch ziemlich abgekämpft waren, und es außerdem schon ziemlich spät war, fuhren wir am ersten Tag nicht mehr direkt in die Stadt. Wir entschieden uns, lieber ausgiebig Schlaf und Kraft für den nächsten Tag zu tanken.

Tag 2 begann dafür schon ziemlich früh. Um 8 Uhr trafen wir uns mit den anderen BG-Studenten (insgesamt haben ja 8 Leute in 2 Autos die Reise nach Pittsburgh angetreten) zum kontinentalen Frühstück in unserem Motel. Apropos kontinentales Frühstück: Ich weiß zwar nicht, auf welchem Kontinent so gefrühstückt wird, aber auf jeden Fall war das lausig. Es gab Kaffee und winzige Schoko-Donuts und... tja, nix mehr. Kaffee und Schoko-Donuts. Muss ein ganz mieser Kontinent sein, auf dem so gefrühstückt wird.
Egal, wir fuhren dann gemeinsam in die Stadt. Da unser Motel etwas außerhalb lag, war das eine ca. 15-minütige Fahrt über den Highway. Dann gehts noch durch einen Tunnel und urplötzlich liegt Pittsburgh in seiner ganzen Pracht vor dir:


Nachdem wir schon auf der Anfahrt kurz diese Aussicht hatten, wollten wir sie auch von einem richtigen Aussichtspunkt genießen. Eine alte Zahnradbahn brachte uns deshalb auf den Mount Washington, von dem man einen atemberaubenden Ausblick über die gesamte Stadt hatte. Pittsburghs Zahnradbahnen sind Zeugen der glorreichen Vergangenheit der Stadt. Pittsburgh war früher einmal die bedeutendste Stahl-Stadt der USA. 1945 wurde hier mehr Stahl erzeugt als im Rest der USA zusammen. Heutige Stahl-Produktion in der Stadt (angegeben in Millionen Tonnen): Null, zero, nada. Logischerweise hat das Sterben der Schwerindustrie der Stadt nicht besonders gut getan. Gerade in den Achtzigern gab es ziemliche wirtschaftliche Probleme, Arbeitslosikeit, Armut und Kriminalität. Mittlerweile hat die Stadt aber wieder auf einen guten Weg zurück gefunden. Dass die Skyline und das Stadtzentrum nach wie vor toll aussehen, sollen die nächsten beiden Bilder zeigen:


Dankenswerterweise brachte uns die Zahnradbahn auch wieder hinunter, sodass wir nicht laufen mussten und unsere Kräfte noch etwas aufsparen konnten. Beim Anstellen zur Zahnradbahn hat Kathi dieses kreative Bild geknipst. Es zeigt unsere gesamte Bande (im Vordergrund Tameika aus Anguilla, im Spiegel Kathi, Michi, Claudia, Andrea, Claudia und Caroline) im Warteraum:


Da das lausige Frühstück nicht besonders lange angehalten hatte, beschlossen wir, gleich etwas essen zu gehen. Unschlüssig, wo wir reingehen sollten, wanderten wir über den Station Square und standen plötzlich direkt vor dem HardRock Cafe Pittsburgh. Nix wie rein! Wie in allen HardRock Cafes üblich, waren auch hier eine Reihe von Gitarren, Lederjacken, goldenen Schallplatten usw. als Erinnerung an Rockmusiker ausgestellt. Wir tranken also gemütlich was, schauten uns um, aßen was, schauten uns noch mehr um und - natürlich - knipsten Erinnerungsfotos:

Dermaßen gestärkt ging es dann wieder raus in die Stadt. Nachdem wir die Innenstadt nun schon von außen (beim Auto fahren) und von oben (vom Mount Washington) gesehen hatten, fühlten wir uns stark genug, die Innenstadt auch von INNEN kennen zu lernen. Die Gruppe teilte sich auf, um die Stadt einige Zeit auf eigene Faust zu erkunden. Kathi und ich verbrachten die meiste Zeit bei Macy's, einem 11-stöckigen Kaufhaus, mitten in der Stadt. Hier haben wir unsere Garderobe vervollständigt (ich hab eine original Levi's Jean um umgerechnet 20 € gekriegt) und uns durch die einzelnen Abteilungen geschmökert. Durch die Stadt gebummelt sind wir aber auch. Nicht, dass ihr denkt, wir wären nur am Einkaufen gewesen. Hier der Beweis:


Dass diese Stadtbesichtigungen ganz schön fertig machen können, haben wir spätestens dann auch mitgekriegt. Unser Auto und seine Insassen haben sich deshalb kurzerhand dazu entschlossen, eine kleine Pause im Hotel einzulegen. Da es sehr heiß war (93° F in der Stadt), wollten wir vor dem Abendessen auch noch duschen und dazu kam diese Pause auch sehr gelegen. So gegen halb 8 abends ging's dann frisch erholt weiter.

Kennt ihr Hooters? Kulinarisch kein Beinbruch, falls ihr diese Restaurant-Kette nicht kennt. Aber kennt ihr die Hooters-Girls dann auch nicht? Da verhält sich das Ganze natürlich schon wieder etwas anders ;-)
Nein, Scherz beiseite. Hooters ist eine Restaurantkette, die ihren Erfolg zwei Umständen verdankt: 1. Haben die dort nur Kellnerinnen und 2. Haben die Kellnerinnen knappe Outfits an. Wir waren allerdings der Meinung, dass der Hype schon sehr aufgebauscht wird. Im Endeffekt war es eine Sportsbar, in der die Kellnerinnen Hot-Pants getragen haben. Im prüden Amerika ist das nun mal schon ein Skandal. Naja. Wenigstens können wir nun sagen, dass wir schon mal bei Hooters gegessen haben, noch einmal hingehen werden wir aber ziemlich sicher nicht.


Nachdem uns die Skyline Pittsburghs bei Tag schon so gut gefallen hat, wollten wir auch am Abend noch einmal kurz die Aussicht genießen. Deshalb sind wir nochmal auf den Mount Washington gefahren (diesmal mit dem Auto) und haben runtergeschaut und runtergeknipst. Ich hab eine nicht unwesentliche Anzahl von Fotos geschossen und kann mich nun nicht entscheiden, welche ich hier reinstellen soll. Hier einfach mal 2, die mir persönlich gut gefallen:




Tja, und somit war auch Tag 2 so gut wie vorbei. Nach dem Essen bei Hooters und dem neuerlichen Aussichtspunkt-Besuch war es kurz vor Mitternacht und wir fuhren zurück ins Hotel. Schließlich standen auch für den nächsten Tag schon wieder einige Programmpunkte fest. Aber davon morgen mehr...

Lg, Manfred