Sonntag, 28. Oktober 2007

Falken auf Kufen

An der Universität in Bowling Green gilt folgende Regel: Ausnahmslos alle Sportteams der Universität haben sich "Bowling Green Falcons" (dt.: Falken) zu nennen. Das ist für manche Sportarten ja ganz passend. Beim Basketball zum Beispiel kann ich mir schon vorstellen, dass es vorteilhaft sein könnte, wie ein Falke durch die Lüfte in Richtung Korb kreisen zu können. Oder auch American Football: Hinsichtlich Präzision, Übersicht und Schnelligkeit dürften ein Falke und ein guter Footballspieler schon einiges gemeinsam haben.

Etwas anders verhält es sich da schon beim Thema Eishockey. Ich habe zwar noch nie einen gesehen, aber ein Falke auf Schlittschuhen zeichnet sich wohl nicht gerade durch Agilität und Eleganz aus. Was mich zum heutigen Thema bringt: Richtig, Eishockey. Letzte Woche fand zum Auftakt der Eishockey-Saison das erste Heimspiel der Falcons statt. Zu Gast war die Mannschaft aus Notre Dame, Indiana, die von Experten immerhin als die zwölftstärkste College-Mannschaft der USA eingeschätzt wird. Deren Mannschaft ist als die "Fighting Irish" bekannt, also die kämpfenden Iren. Uh, kämpfend. Und dann auch noch Iren. Das hört sich nicht schlecht an. Ein harter Brocken für die eislaufenden, gefiederten Sportsfreunde aus Bowling Green.

Ich war ne gute halbe Stunde vor Spielbeginn in der Eishalle und konnte mich deshalb noch in Ruhe und ungestört von den Besuchermassen in der Halle umsehen (naja, "Besuchermassen" war jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber zumindest der Studenten-Sektor war recht voll). Das Bowling-Green-Eishockeyprogramm dürfte in den 80ern richtig groß gewesen sein, was einige Olympia-Goldmedaillen ehemaliger Falcons beweisen. Leider ist der Ruhm dieser Tage schon etwas verblichen - geblieben ist allerdings die schmucke Eishalle, die zur Uni gehört.


Vor dem Spiel gabs - wie bei jeder amerikanischen Sportveranstaltung, die was auf sich hält - die Hymne. Das heißt in der Praxis: Spieler und Fans drehen sich in Richtung Fahne, nehmen Kopfbedeckungen ab, manche legen auch die rechte Hand aufs Herz. Mitgesungen wird in den meisten Fällen allerdings nicht. Lustig fand ich auch eine Tradition bei der Spielervorstellung: Wird ein Spieler der gegnerischen Mannschaft vorgestellt, brüllt der gesamte Fansektor aus Leibeskräften: "Who's that? Nobody!" (dt.: Wer ist das? Niemand!) Gefolgt wird dieser gemeinschaftliche Ausruf mit einem demonstrativen Blick in eine der zahlreich bereitgehaltenen Zeitungen.


Der Papierform nach waren die Jungs aus Notre Dame die Favoriten. Platz 12 in der nationalen Rangliste ist schon beeindruckend. Da war guter Rat natürlich teuer. Was tun gegen ein vermeintlich übermächtiges Team? Wird wohl am besten sein, wenn wir denen erstmal eine gehörige Tracht Prügel verpassen. Gewalt hilft ja schließlich immer. Gesagt - getan. Gleich im ersten Drittel musste einer der kämpfenden Iren nach einem Check gegen die Bande auf dem Eis behandelt werden und konnte daraufhin nicht mehr mitmachen. Die Strafe für den übermütigen Falken, 5 Minuten plus Spieldauer, empfand sogar unser Fansektor als gerechtfertigt.



Nachdem die Mannschaft aus Bowling Green im Strafminuten-Wettrennen bereits nach dem ersten Drittel uneinholbar vorne lag, blieb das eigentliche Eishockey-Match eine lange Zeit spannend. Kurz vor Ende des zweiten Drittels stand es noch immer unentschieden. Dann allerdings dürfte sich eine blinde Henne unter das schlitternde Federvieh gemischt haben. Das Resultat: Ein Eigentor. Sehr bitter. Die gemeinen Iren setzten dann noch einen drauf und somit ging das Spiel schlussendlich mit 2-4 verloren.



In der kommenden Woche wird der College-Sport (trotz Football-Heimspiels) nur eine untergeordnete Rolle spielen. Es ist nämlich Halloween-Week! Kathi und ich haben heute nachmittag unsere Kostüme vervollständigt und auch schon mal anprobiert. Und wir sind beide sehr zufrieden mit der Auswahl. Freut euch also auf unsere nächsten Beiträge.

Samstag, 27. Oktober 2007

Wir werden immer amerikanischer

An verregneten zu-Hause-bleib Wochenenden beschäftigen sich Österreicher und Amerikaner ähnlich: viele Frauen backen, während die Männer vor dem Fernseher Sport schauen. Auch wir tun dies, jedoch geht unser Nationalitätspendel immer mehr in Richtung "Sie sind Amerikaner".

Manfred schaut (während er für die Uni liest) College Football. Die Spiele der Unimannschaften werden im Fernsehen übertragen, darum variieren die Kick-off Zeiten auch so sehr (man kann schließlich nicht zwischen mehr als zwei Spielen hin und her schalten). Da es ziemlich viele Unis in den Staaten gibt, braucht man als Footballfan keine anderen Beschäftigungen für's Wochenende.

Kathi bäckt ... "Und, was macht das so amerikanisch?" wird sich der Durchschnittsleser jetzt denken. Kathi bäckt nicht Kuchen, sondern Muffins. Ja liebe linzer Verwandtschaft, wir wissen natürlich, dass man auch bei uns Muffins macht. Den Ausschlag gibt die Zubereitung: Milch, Öl, Eier und Pulver verrühren, backen, fertig. Es gibt uuunzählige Backmischungen für Muffins. Da kommt man gar nicht auf die schräge Idee, Mehl und so selber zusammenzumischen. Die Auswahl fällt einem richtig schwer ... möchte man nun die normalen Heidelbeermuffins, oder die mit mehr Heidelbeeren? (gleiche Firma!!!) Wir haben uns für Zimt-Streusel entschieden.



Wenn wir jedoch gerade nicht 16 Minuten Zeit haben, um auf unsere Muffins zu warten, gibt es noch den magischen Kuchen namens Warm Delight: Pulver in das mitgelieferte Schälchen schütten, 2 Löffel Wasser dazu, verrühren, 30 Sekunden Wärmebestrahlung in der Mikrowelle, fertig. Es ist ein richtiger Kuchen, der echt extrem gut schmeckt! Natürlich gibt es auch davon 6 verschiedene Sorten.

Aber nicht nur Football und amerikanische Backkunst sind dafür verantwortlich, dass wir immer mehr rot-blau-weiße Punkte sammeln. Auch die stets steigende Anzahl von BGSU-Produkten trägt viel dazu bei. Die Bilanz: Je ein T-Shirt und eine Weste, ein Block, ein Kalender, diverse Stifte und Schlüsselanhänger und Mappen, dann noch eine Kappe, ein Bär, eine Falkenkralle fürs Stadion und ein Plüsch "GoFalcons" um die Teamzugehörigkeit ganz deutlich zu zeigen. Wir müssen ja schließlich in einem Jahr mindestens genausoviele Merchandising Artikel besitzen, wie der amerikanische Durchschnittsstudent in seiner gesamten universitären Karriere. Wer's nicht glauben kann, hier ist der Beweis, dass es in unserem Zimmer schon aussieht, wie in einem Vogelnest.

Das an der Fensterscheibe ist selbstverständlich kein Schnee, sondern Regen. Ist ja erst Ende Oktober ;o)

Natürlich sind wir aber immer noch zum größten Teil Österreicher. Unsere Überlegungen am 26. Oktober doch zu schwänzen haben das deutlich gezeigt :o)

Sonntag, 21. Oktober 2007

Unser Wochenende

Wochenenden beginnen hier in Bowling Green mit Verspätung. Mein letzter Kurs endet freitags um halb 4, Kathi ist erst freitags um 5 Uhr mit allem fertig. Da die Uni Salzburg eine Abneigung gegen Freitags-Kurse zu haben scheint, sind wir in dieser Hinsicht eine andere Gangart gewöhnt. Wochenenden in Salzburg begannen meistens schon am Donnerstagabend oder gar gegen Mittag.

Wenn wir hier dann endlich mal Wochenende haben, verbringen wir den Freitagabend meistens mit Entspannen. Manchmal faulenzen wir auch. Es gab auch schon Freitage, da haben wir uns im Nichtstun geübt. Oder wir dösen vorm Fernseher ein. Falls uns nach ganz besonders viel Action ist, schaffen wirs ins nahe gelegene Kino. Das war's dann aber meistens auch schon. Ende Gelände - die Woche an der Uni hinterlässt doch meistens Spuren an uns.

Der Samstag hat sich in letzter Zeit zu meinem Lieblingstag entwickelt. Das Wochende hat gerade erst begonnen, die nächste Woche ist noch einigermaßen weit weg und man wird nicht schon um halb sieben vom Wecker geweckt. Super Sache! ;-)
Der Samstag ist auch meistens der Tag, an dem wir irgendetwas unternehmen. Letzten Samstag waren wir abends bowlen (Oh Mann, war ich gut *zwinker*) und diesmal stand ein Herbstfestival auf dem Programm. Organisiert wurde es von Global Connections - jener Organisation, die von Zeit zu Zeit so Veranstaltungen macht, um die internationalen Studenten zusammen zu bringen.

Um vier Uhr nachmittags trafen wir uns und wurden dann ein paar Kilometer raus aufs Land gekarrt. Allzu weit mussten wir nicht fahren, denn Bowling Green ist erstens ja nicht riesig und wird zweitens von ländlichen Gebieten umzingelt. Auf einer malerisch an einer Schnellstraße gelegenen Farm wurde uns dann eine ganze Menge geboten:

Da gabs einerseits corn hole - unserer Meinung nach die amerikanische Version von boccia. Man steht sich gegenüber und versucht, mit Mais gefüllte Säckchen so auf ein leicht schräg gestelltes Brett zu werfen, dass diese in ein in das Brett gesägtes Loch plumpsen. Klingt verwirrend? Isses eigentlich nicht. Seht selbst:


Außerdem wurden wir richtig gut verköstigt. In dieser Hütte wurde von den netten Leuten von Global Connections groß aufgekocht - es gab Reis, eine Art Gemüseeintopf, Bohnen (baked beans, wer Filme mit Bud Spencer und Terence Hill kennt, weiß, wovon ich spreche) und jede Menge Obst und Nachspeisen. Wir haben uns also so richtig die Bäuche voll geschlagen.



Darüber hinaus gab es noch Volleyball, Fußball, einen Kürbis-Dekorier-Wettbewerb, Traktorfahrten und Line-Dance. Außerdem konnte man auf dem Teich herumrudern oder einfach auf dem Gelände umherwandern.



Das Tanzen haben wir ausgelassen (welch Überraschung) und uns dafür lieber dem Lagerfeuer und den s'mores gewidmet. Die heißen so, weil man davon angeblich nicht genug kriegen kann und deshalb immer noch 'some more' will. Ganz so isses nicht, weil das Zeug wahnsinnig süß ist. Ich konnte nach 2 Stück nicht mehr und bei Kathi hat der Zuckerschock schon nach einem halben eingesetzt. Bestehen tun die Dinger aus geschmolzenen Marshmallows, die man zwischen zwei Butterkekse klemmt. Aber wir wären nicht in Amerika, wenn das schon alles wäre. Je nach Bedarf kann man dann noch eine oder mehrere Rippen Schokolade zwischen die Butterkekse pappen, was die Kreation geschmacklich abrundet (und den Kalorienzähler großzügig aufrundet). Hier mal Kathi beim Verkosten ihres s'mores. Leider ist das Foto etwas unscharf, aber ich denke, man kann's erkennen.


Sonntage beginnen dafür meistens mit einem Engelchen auf der linken Schulter und einem Teufelchen auf der rechten Schulter. Während sich mein heutiger Teufel noch immer den Bauch hielt und vor Zuckerschock nix herausbrachte, hatte dieser linke Engel leichtes Spiel. Er überzeugte mich, dass ich heute fleißig sein sollte . Morgen fährt der Uni-Zug wieder mit voller Geschwindigkeit weiter und darauf sollte man schon auch vorbereitet sein. Wir verbrachten also den Tag zu Hause und stürzten uns auf unsere Bücher. Kathi liest sich in ihre Diplomarbeits-Literatur ein und ich hab mich durch geschichtliche Fachliteratur gelesen. Es war also mal wieder höchst spannend.

In den spärlichen Lernpausen hab ich mich sportlich betätigt. Ich bin Formel 1 gefahren (naja, was solls... wenigstens nicht Alonso!), hab ein paar Footbälle geworfen (yeah, Falcons! 30-21 Sieg gegen Kent State) und ein paar Basebälle geschlagen (Spiel zu Redaktionsschluss noch nicht entschieden... Go Indians!). Also rein passiv vor dem Fernseher liegend mein ich jetzt. Aber das habt ihr euch vermutlich eh schon gedacht.

Naja, dann auf in eine neue Woche. Bis bald,

Manfred

Freitag, 19. Oktober 2007

Schnappschüsse & Co.

In den letzten zweieinhalb Monaten (ja, wir sind tatsächlich schon so lange hier) haben wir eine Reihe von Fotos geschossen, die wir hier noch nicht raufladen konnten. Weil sie einerseits unbedeutend erschienen oder andererseits bereits genug ähnliche Fotos hier existieren. Aber dennoch erzählen auch diese Fotos ihre eigenen, kleinen Geschichten. Und die möchten wir heute gerne mit euch teilen.

Das da unten bin ich. Mit einer Eisensäge. Und meinem Fahrrad. Und meinem Ex-Fahrradschloss (Gott hab' es selig). Ja, mir hat es diese Woche nämlich endgültig gereicht. Treue Leser werden sich ja erinnern können, dass ich in unserer zweiten Woche hier es doch tatsächlich vollbracht habe, beide Schlüssel zu meinem Fahrradschloss zu verlieren. Ich weiß, reife Leistung.
Tja, die Schlüssel sind bis heute nicht wieder aufgetaucht, sodass wir langsam die Hoffnung aufgegeben haben, sie je wieder zu finden. Deshalb haben wir mal höflich bei unseren Freunden Fred, Jennica und Christie angefragt. Die wohnen nämlich im Haus desjenigen Deutsch-Professors, der dieses Jahr das Bowling-Green-Programm in Salzburg betreut. Will heißen: Der ist dieses Jahr nicht da und sein Haus wäre ohne studentische Untermieter leer gestanden. Und seine Garage auch. Genau jene Garage, in der die drei diese Eisensäge gefunden haben.



Das ist Blacky, mein Lieblings-Eichhörnchen. Blacky wohnt am Campus, direkt vor dem Geschichte-Institut. Da Blacky eine etwas dunklere Fellfarbe als die anderen Squirrels hat, wollen seine hellhäutigen Artgenossen nicht mit ihm spielen und schließen ihn aus. Aber dafür will ich immer mit ihm spielen. Nur leider er nicht mit mir... Saukerl!



Das da unten bin - richtig - schon wieder ich. Außerdem seht ihr hier unsern Uni-Shuttlebus, der uns jeden Tag in schlaftrunkenem Zustand auf die Uni karrt und uns Stunden später wieder mindestens genauso schläfrig daheim absetzt. Nein, er ist leider nicht gelb. Aber diese gelben Schulbusse, die man aus dem Fernsehen kennt, gibt es hier auch. Mir ist bloß bisher noch keiner vor die Linse gekommen. (Hauen immer ab, die Dinger)



Ja, es gibt sie tatsächlich, diese unsäglich hässlichen, unsäglich unbequemen Ein-Mann-Plastikpulte, die man aus amerikanischen Fernsehserien kennt. Die Amerikaner stopfen damit ihre Klassenzimmer voll, obwohl ich nicht sagen kann, wieso die das machen. Denn die Tischflächen sind winzig, man weiß nicht, wo man seine Schultasche hinstellen soll und die Pulte stehen oft auch in so knappen Abständen, dass man den Körpergeruch des Vordermannes genauer wahrnehmen kann, als einem lieb ist.


Vor einigen Wochen sind Kathi und ich wieder einmal mit unserer Kamera über den Campus gewandert. Dabei entstanden die nächsten beiden Fotos von Kathi und Schrotti dem Denker. Schrotti der Denker sitzt den ganzen Tag vor einem Unigebäude und denkt für uns, wenn wir zu müde dafür sind. Als Dank dafür klettern wir Studenten dann hin und wieder auf ihm rum und machen unsinnige Fotos ;-)



Diesem lustigen Schild sind wir in Pittsburgh begegnet - direkt vor einer Kirche. Wie man es aus dem Fernsehen kennt, haben hier tatsächlich alle Kirchen solche Schilder, auf denen sie die Gottesdiensttermine bekannt machen oder sonstige wichtige Botschaften an ihre Schäfchen durchgeben. Botschaften, wie diese:


Das letzte Foto, das wir heute aus unserem Fotoalbum rausgenommen und ins Internet gepickt haben, entstand Mitte September am Black Swamp Festival. Das war ein kleines Festival für Folklore, amerikanische Volksmusik und Kunst aus der Region. Auf dem Foto seht ihr Kerry, George, Kathi, Barbara (George's Freundin aus Deutschland, die uns für 10 Tage besucht hat) und Simon, den Hund. Ich lasse euch mal raten, wer wer ist ;-)

Dienstag, 16. Oktober 2007

Bowling Green Löschtechnik

An anderer Stelle hab ich ja mal versprochen, hier einige Fotos von original amerikanischen Feuerwehrautos reinzustellen. Da ich mittlerweile weiß, dass auch einige freiwillige Feuerwehrmänner aus der Heimat hier mitlesen, will ich dieses Versprechen heute einlösen. Ihr wollt die Fire Trucks des Bowling Green Fire Departments? Bitte sehr:





Lasst mich raten: Nun wollt ihr die ganze Geschichte. Also gut...

Es geschah am hellichten Tag. In einem der Studentenverbindungs-Häuser mitten auf dem Campus. Und trotzdem konnte keiner die Tragödie verhindern, die das Leben einer Ziegelmauer abrupt beendete. Dabei hatte der Tag so gut begonnen. Es war sonnig und nicht allzu kalt und die Ziegelmauer erfreute sich ihres noch so jungen Lebens. Es würde ein toller spätsommerlicher Tag an der frischen Luft werden!

Was sie nicht wissen konnte: Im Inneren des Studentenverbindungs-Hauses, das sich in unmittelbarer Nähe befand, wurde bereits am Komplott geschmiedet. Hinter vorgehaltener Hand wurde schon länger getuschelt, dass die Studenten von Phi Kappa Tau die Mauer beseitigen wollen. Unglaublich, aber leider wahr...

Letzten Dienstag schritten die Studenten dann zur Tat. Gegen 13 Uhr 20 wurde der Ausbruch eines Fettbrandes in der Küche des Hauses gemeldet. Die Studenten hatten wohl - angeblich unabsichtlich - eine Pfanne mit Fett auf der eingeschalteten Herdplatte vergessen. Einer der Studenten, der heimlich mit der Ziegelmauer sympathisierte, unternahm noch letzte Löschversuche, doch die Katastrophe nahm bereits ihren Lauf.

Die Alarmierung hatte bereits die örtliche Feuerwehr erreicht, die mit dem gesamten Löschzug und großem Trara zum Fettbrand ausrückte. Die Ziegelmauer wurde dabei in ihren Grundfesten erschüttert - sie hasste großen Lärm und erfreute sich doch viel lieber an Vogelgezwitscher und Flussgeplätscher. Sie hatte sich gerade wieder etwas gefangen, da wurde sie neuerdings gewaltig zum Erzittern gebracht.

Dieses Mal allerdings nicht durch die Lärmbelästigung durch die Folgetonhörner. Nein, dieses Mal war ein Truck der Feuerwehr in die Mauer gekracht. Die Mauer wurde dadurch schwer beschädigt - und nicht nur sie! Auch eine Gasleitung wurde durch den Einschlag förmlich zerrissen, was zu unkontrolliertem Gasaustritt führte.

Es folgte das komplette Programm: Evakuierung der umliegenden Gebäude, bis das Gasleck formschön abgedichtet werden konnte. Erst gegen 17 Uhr war die Gasleitung repariert und die Studenten konnten wieder in ihre Häuser zurück. Der Alltag nahm schnell wieder seinen Lauf, von kleinen Scherzen über die schlechten Bremsen an Feuerwehrautos einmal abgesehen. Heute erinnert nichts mehr an das Unglück. Und an die arme kleine Ziegelmauer denkt auch keiner mehr. Naja, fast keiner ;-)


PS: An die Feuerwehrmänner unter euch: Horchts auf euren Kommandanten, wenn er sagt, dass ihr beim Ausrücken vorsichtig fahren sollts. Ihr sehts ja, was sonst rauskommt... :-)

Sonntag, 14. Oktober 2007

Tag 3 - Niagarafälle

Wie die meisten von euch ja wissen, waren wir nicht nur in Toronto, sondern haben auf dem Heimweg auch bei den Niagarafällen (auf der kanadischen Seite) vorbeigeschaut.


Wir haben uns frühmorgens (7 Uhr) zum Frühstück getroffen, danach ausgecheckt und sind dann ca. 2 Stunden in Richtung USA gefahren. Die Niagarafälle liegen direkt an der Grenze und man kann sie, wie bereits angedeutet von zwei Nationen aus bewundern. Wir waren nur auf der kanadischen Seite, die angeblich schöner ist, man kann aber auch die Brücke überqueren und sich von den USA aus nochmal alles geben.

Als wir endlich ankamen (wir waren doch schon etwas aufgeregt), waren wir beeindruckt ... nicht nur von der Tatsache, dass die Wasserfälle hier irgendwo sein müssten, man sah ja schon den Wassernebel, sondern auch von den netten Hotels, die dort überall blühen und lebensfroh ihre Glasfassaden in den Himmel recken.

Es ist alles sehr touristisch hier. Warum sind die Niagarafälle eigentlich so bekannt? Natürlich stellen wir hier keine Fragen, auf die wir die Antwort nicht wissen (schließlich sind wir der Quizmaster): Es gibt einen sehr populären Film mit Marilyn Monroe, der hier spielt und "Niagara" heißt. Es handelt sich dabei um den Film, der die Schauspielerin berühmt gemacht hat. Der Film scheint auch für dafür verantwortlich zu sein, dass die Niagarafälle als DIE Location für Flitterwochen gelten, denn in dem Film spielt ein Paar, das gerade ihre Flitterwochen bei den Niagarafällen verbringt, eine Hauptrolle (neben Marilyn Monroe, die ihren Mann aus dem Weg räumen will, um mit ihrem Lover zusammen zu sein).

So ... genug der Schwafelei! Ihr wollt ja schließlich wissen, was wir bei den Fällen so gemacht haben. Da wir schon von zu Hause aus ein Adventure Ticket gebucht hatten, standen für uns vier Attraktionen auf dem Programm, die wir in folgender Reihenfolge durchlaufen haben:

1) Journey Behind the Falls
Man fährt mit einem Lift ca. auf halbe Höhe der Fälle HINUNTER (denn man ist oben ...) und sieht die Horseshoe-Fälle (weil hufeisenförmig) zum einen von einer Plattform direkt neben den Fällen und zum anderen von einem Tunnel im Felsen hinter den Fällen aus. Tja ... leider kann man da nicht einfach so hinter dem Wasser herumgehen ... viel zu gefährlich ... aber man sieht durch Guckfenster das Wasser vorbeirauschen, was auch sehr beeindruckend ist, weil man keine Chance hat, da durchzusehen und den Wind spürt, den die Wassermassen beim Runterfallen machen.

Da man ganz schön nass wird, bekommt man schöne, gelbe Regenmäntelchen. :o)

2) The Maid of the Mist

Was hier aussieht, wie das letzte Abenteuer ist für diese Lady Routine.
Die Maid of the Mist ist das wohl bekannteste und wagemutigste kleine Böötchen, auf der ganzen Welt. Es bringt täglich tausende Touristen in die Horseshoe Falls und somit in den Mist, der, anders als sein deutscher Freund, aus Wasser besteht und um die Leute herumwirbelt und sie nass macht ... sehr nass sogar. Darum gab's auch hier ... Regenmäntelchen, Hurraaaa! (diesmal in blau)

3) Das Schmetterlingshaus
Eine Attraktion, die nicht ganz zu den anderen passte, aber trotzdem ganz nett war, war das Schmetterlingshaus. Hier hat man tausende tropische Schmetterlinge reingeschmissen und die flattern jetzt den ganzen Tag herum, sitzen auf Schultern oder Ohren und freuen sich ihres sehr kurzen Lebens (da Kinder- und Touristenhände tun, was sie nicht tun sollen, nämlich die Tiere antatschen ... die sterben dann leider).


4) White Water Walk
Diese Spaziergängchen heißt so, weil es am Wildwasserfluss entlangführt. Ganz schön beeindruckend, wie wild das Wasser da ist, wenn es an einem vorbeirauscht.


Nach diesem Abenteuer in der Natur haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Auch bei der Einreise in die USA wurden wir (erstaunlicherweise) durchgelassen, ohne dass unsere Taschen geleert wurden. So kamen wir um halb 12 vor unserem Häuschen an und gingen, nachdem wir Nadine etwas erschreckt hatten, weil sie erst am nächsten Tag mit uns rechnete ("Könnt ihr nicht rufen, wenn ihr zur Tür reinkommt? Ich habe mich schon nach einem Prügel umgesehen!"), auch gleich ins Bett.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Toronto - Tag 2

So, mit leichter Verspätung gehts hier wie versprochen mit Tag 2 unseres Kanada-Trips weiter.


Binsenweisheit #1: Ein guter Tag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück.

Erinnert ihr euch noch an unseren Beitrag nach unserer Pittsburgh-Reise? Und an die Unverschämtheit, die die uns dort als Frühstück unterjubeln wollten? ;-)
Diesmal war alles anders. Oh ja, ganz sehr viel anders. Als wir am 2. Tag frühmorgens (um 7 hat der Wecker geklingelt - man will ja schließlich den Tag nutzen) das Frühstückslokal betreten haben, bekamen wir erstmal einen Zettel in die Hand gedrückt. Etwas verdutzt warfen wir einige schüchterne Blicke darauf und fanden heraus, dass das hier wie bei der Gemeinderatswahl funktionierte: Man kann also für verschiedene Sachen abstimmen (Ei, Fleisch, Heißgetränk, Kartoffeln, Toast) und jeweils einem der Kandidaten in der jeweiligen Kategorie sein Vertrauen aussprechen. Ich entschied mich für Rührei, Kaffee, hellen Toast und ein Kartoffellaibchen. Auf Kathis Stimmzettel wurde zusätzlich zum Kartoffel-dings noch der Kandidat mit dem trefflichen Namen "gebratener Speck" angekreuzt. Gehen wir also von der Reichhaltigkeit dieses Frühstücks aus, konnte das nur ein vortrefflicher Tag werden.

Binsenweisheit #2: Um eine fremde Stadt kennen zu lernen, sind die eigenen Füße das beste Transportmittel.

Gut, wenn dem so ist, dann spazieren wir mal los. Ein bisschen geschummelt haben wir anfangs doch und die Straßenbahn ins Stadtzentrum genommen. Ab da gings aber dann zu Fuß weiter. Wir haben uns eine Weile einfach durch das Zentrum treiben lassen und mit großen Augen und steifen Genicken die Wolkenkratzer raufgestarrt. Das war echt beeindruckend. Und laut und grau. Recht viel Platz für Grünes gibt es im Zentrum von Toronto nicht gerade. Hier dominieren Straßen, Autos und Hochhäuser. Damit man hier aber nicht vollkommen vergisst, wie eine Kuh aussieht, haben die diesen winzigen Park angelegt:


Wenn man nur so mit einer groben Richtung durch Toronto sträunt, ist der CN-Tower als Orientierungshilfe Goldes wert. Das Ding überragt ja alle anderen Gebilde und ist deshalb fast ständig präsent. Wenn man sich dann manchmal nach dem Turm umdreht, merkt man erst so richtig, wie riesig er ist.


Binsenweisheit #3: There's no business like showbusiness.

Wie, Showbusiness? Was hat das nun mit eurem Ausflug zu tun?
Ganz einfach, bei unserem Spaziergang durch die Stadt sind wir auf eine Ladung blau gekleideter Eishockey-Fans getroffen, die auf Kommando ausflippten, ihre Fahnen und Schals herumwirbelnd. Wir blieben also erst einmal stehen und beobachteten das merkwürdige Treiben. Hätten wir besser nicht tun sollen, denn nach kurzer Zeit kam eine nette Dame auf uns zu und bat uns, doch ein paar Schritte weg zu gehen, oder wenigstens nicht in die Kamera zu starren. Es stellte sich heraus, dass die verrückten Blauen zu einem Filmset gehörten - in Toronto wird gerade der neue Mike-Myers-Film gedreht (ihr wisst schon, der Komiker, der Austin Powers gespielt hat). Upps. Sorry. Wir, ahm, gehen dann mal aus dem Bild. Nichts für ungut. Hehe.

Erst dann haben wir gemerkt, dass wir direkt vor dem Eaton Center standen - einem riesigen Einkaufszentrum mit über 800 Läden. So sieht das Ding von außen aus:


Und so von innen. Irgendeines der über 800 Geschäfte muss über Nacht ein Fenster offen gelassen haben. Wie sonst sollen die Wildenten rein gekommen sein? *zwinker*


Nachdem ich dem Angriff der Todes-Federviecher noch mal gerade eben so entkommen war, nahmen wir uns eine Stunde Zeit, um das Einkaufszentrum zu erkunden. Natürlich reichte die Zeit nicht annähernd aus, um alles zu sehen. Aber nach dieser einen Stunde meldete sich mein Magen wieder zu Wort. Ja, ich weiß: Eigentlich kaum zu glauben nach DIESEM Frühstück. Wir haben uns trotzdem sicherheitshalber was zu essen gekauft und uns für die weiteren Vorhaben gestärkt.

Binsenweisheit #4: Sport ist Mord.

Ja, wir haben uns tatsächlich auch sportlich betätigt. Passiv zumindest. Wie das geht? Ganz einfach, wir waren in der Eishockey Hall of Fame. Das ist eigentlich ein großes Museum zum Thema Eishockey, in dem man zahlreiche seltene Ausstellungsstücke zu diesem Sport bewundern kann.

Hier zum Beispiel sieht man Kathi und mich mit der wichtigsten Trophäe, die der Eishockey-Sport zu bieten hat: dem Stanley-Cup. Der Stanley-Cup ist eine ziemlich große, unglaublich hässliche Silberschüssel mit unglaublich langer Tradition. Sie wird jedes Jahr an den Meister der amerikanischen Profiliga NHL verliehen. Wenn sie also nicht gerade von Spielern in die Höhe gereckt wird, bei Meisterfeiern als Trinkgefäß dient, oder beim Juwelier zum Gravieren steht, kann man sie in Toronto bewundern. Und fotografieren.


Binsenweisheit #5: Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich.

Mein Lieblingsexponat in der Hockey-Hall of Fame war das Original-Eishockeytor, in das Wayne Gretzky sein 802. Meisterschaftstor erzielt hat. Außerdem hatten die eine Sammlung von Olympia-Medaillen, wie sie in den Eishockeybewerben ausgegeben wurden. Nett anzusehen war außerdem die umfangreiche Trikot-Sammlung der Hall of Fame. Neben alten, zerfetzten Pullis aus der Anfangszeit des Sports gab es auch Trikots der zahlreichen Helden zu bewundern. Und ihr werdet es jetzt nicht glauben, aber es stimmt tatsächlich: Sogar ein österreichisches Eishockeytrikot hat sich nach Kanada verirrt. Und es sollte nicht einmal der letzte Moment mit Österreich-Bezug an diesem Tag bleiben...


Nach der Hall of Fame ging es wieder ein Stück zu Fuß durch die Stadt Richtung Ontariosee. Aus dem Internet wussten wir, dass es der Stadt vorgelagert einige kleine Inseln im See gibt, von denen aus man den besten Blick auf die Stadt hat. Unerschrocken haben wir deshalb eine Fähre geentert und uns auf den Weg dorthin gemacht.
Und wurden nicht enttäuscht. Die Inseln dienen den Torontianern als Naherholungsraum und wir waren überrascht, wie ruhig es dort war - nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Ausblick war übrigens wirklich klasse:


Da wir noch immer keine Blasen an den Füßen hatten, sind wir auch die Insel noch abgelatscht. Das untere Ende der Insel erinnerte uns fast ein bisschen an einen Mittelmeerstrand. Leider war's dann doch eine Nummer zu kalt zum Baden...


Nachdem der kleine Insel-Ausflug geschafft war, waren auch wir erstmal geschafft. Wir entschlossen uns also kurzerhand, für ein Stündchen ins Hotel zurück zu fahren. Danach wollten wir uns auf den Weg nach Little Italy machen, um dort zu Abend zu essen.

Binsenweisheit #6: Es muss ein Stiegl sein.

Gesagt - getan. Eine entspannende Dusche und eine kurze Rast später machten wir uns zum italienischen Viertel der Stadt auf. Zu Fuß, klar. Unser Weg führte uns dabei durch Wohngegenden, die wir ansonsten wohl eher gemieden hätten. Aber letztendlich war's überhaupt kein Problem und niemand wurde ausgeraubt, blöd angequatscht oder sonstwas.

Schon aufm Weg nach Little Italy haben Michi und ich eine Bar ausgemacht, die Stiegl Bier im Angebot hatte. Richtiges Stiegl. Gebraut nach dem Reinheitsgebot. In Salzburg, in der ältesten Privatbrauerei Österreichs. Oh ja.
Aber wir konnten uns beherrschen, gingen nicht sofort in die Bar und setzten weiter brav einen Fuß vor den anderen (In der fixen Überzeugung, am Heimweg hier einzukehren). Das war dann aber überhaupt nicht nötig, denn auch das italienische Restaurant, das wir ausgewählt hatten, führte Stiegl. Keine Ahnung, wieso. Ist ja auch egal.
Als wir unsere Halbe bestellten, gratulierte uns der kanadische Kellner zu unserer Entscheidung. Seiner fachkundigen Meinung nach ist Stiegl das beste Bier der Welt. Da wir Gäste in seinem Land waren, wollten wir ihm nicht widersprechen. Im Gegenteil. Als wir dem Kellner dann noch erzählten, dass wir aus Salzburg kommen, war der Mann selig. Und wir auch - immerhin hatten wir unser erstes österreichisches Bier seit gut 2 Monaten. Hat echt selten zuvor sooo gut geschmeckt. Und hat auch selten zuvor so viel gekostet *schluck*

Ich klaue jetzt einfach noch Michis Beweisfoto von seinem Blog (Vielen Dank *g*) und füge es hier als Beweis für Stiegl-Existenz in Nordamerika ein:


Da auch das Essen wirklich sehr lecker war, waren wir rundum glücklich. Den Tag ausklingen ließen wir wenig später mit einer kurzen Schmökerei in einer Second-Hand-Buchhandlung und einem Eis in noch dampfend warmer Waffel.

Tag 3 (Niagara-Fälle) gibt's morgen bald :-)

Sonntag, 7. Oktober 2007

Toronto - Tag 1

Wir sind wieder gut aus Kanada zurückgekehrt und möchten euch unsere Erlebnisse nicht länger vorenthalten!

Am Donnerstag Morgen sind wir pünktlich um 6 a.m. aufgebrochen. Es war noch dunkel und alle vier Reisenden haben noch etwas müde aus der Wäsche geschaut. Die erste Stunde unserer Autofahrt gen Norden verbrachten wir ziemlich schweigend, da wir erst etwas zu uns kommen mussten und das geheizte Vehikel sich sehr bettähnlich anfühlte.


Wir fuhren über Toledo nach Detroit und passierten dort die Grenze zwischen den USA und Kanada durch Überqueren der Ambassador Bridge. Für uns EU-Bürger sehr ungewohnt: wir mussten alle aussteigen, unsere Pässe und Papiere von der Uni im Büro überprüfen lassen, etc. Die Grenzbeamten waren eher reserviert und konnten unser Lachen nicht verstehen, als sie uns darauf aufmerksam machten, dass wir nicht mehr als 10. 000 USD in bar einführen dürften. Aber alles ist gut gelaufen und wir wurden nicht einmal gefilzt. Dadurch motiviert legten wir gleich nach 1 oder 2 KM (!) eine Kaffeepause ein. Falls es jemandem nicht aufgefallen sein sollte, ja, ich habe km geschrieben. In Kanada rechnet man (wie im Rest der nicht-US-amerikanischen Welt) in km, m, cm, mm, kg und (weil man ja km hat) auch in km/h. Tja, für uns Europäer eigentlich erfreulich, wenn da nicht der Haken mit dem Auto wäre ... der Tacho zeigt nämlich nur mph (miles per hour) an. Gut, dass die Kanadier mitdenken, und kleine grüne km/h - mph Umrechnungsschilder aufstellen.

Nach einer Mittags- und einer weiteren Kaffeepause kamen wir dann auch irgendwann in Toronto an. Nachdem wir den Schock über das "einladende" Äußere unseres vorreservierten Hotels verdaut hatten (das Innere war seeeehr ok) machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Da Kanada lt. George "viel europäischer" ist, gab es sogar eine Straßenbahn. Es war nicht ganz warm, wolkig und v.a. total versmogt. Wir waren alle ein bisschen erschrocken, da keiner von uns jemals soetwas gesehen hatte. Über der Stadt hing ein dichter, dreckig aussehender Nebel. Er legte sich um die Wolkenkratzer, ging aber kaum über sie hinaus.


Obwohl, wie gesagt, nicht das perfekte Wetter herrschte, um von einem Türmchen zu blicken, das mal magenerfrischende 447m (obere Plattform, gesamt: 553m) hoch ist, gingen wir schnurstracks zum CN-Tower und kauften uns Tickets.


Was für ein Glück! Die unfreundliche Lady am Schalter (auch dies sehr europäisch) kündigte uns nur 45 Minuten Wartezeit an, was sich aber nicht bestätigte. Es ging ganz flugs voran und bald standen wir im Lift. Der braucht fast eine Minute bis zur unteren Plattform und hat (oh je) ein Guckfenster, auf dem man beobachten kann, wie einem der Boden unter den Füßen entschwindet. Damit aber nicht genug der Specials. Es gibt einen Glasboden, auf dem man 342 m in die Tiefe schaut. Ganz ehrlich: Kathi hat sich 10 Minuten nicht draufgetraut. Der Boden hat Stahlstreben und obwohl viele Leute draufstehen, steigt man lieber dorthin, wo diese Streben sind.

Das Wetter und die Wolken haben uns in dieser luftigen Höhe gar nicht gestört. Ganz im Gegenteil! Wir konnten tolle Fotos schießen und in Richtung Süden hatte man einen Ausblick, wie aus einem Flugzeug. So weit man schauen konnte erstreckte sich eine weiße Wolkendecke. Schwer vorzustellen, dass es in New York Wolkenkratzer gibt, die so hoch sind, wie die untere Plattform und man dort aus dem Büro so einen Anblick genießen kann, wenn das Wetter schlecht ist. Über den Wolken natürlich Sonnenschein :o)

Nach dem CN-Tower machten wir uns auf eine endlose Suche nach einem Lokal, dessen Preise uns nicht den Abend verderben konnten. Nach einem Stündchen hatten wir auch etwas gefunden ... nicht perfekt, aber wir hatten immerhin schon einen Mordshunger. Gestärkt durch ein weder reichhaltiges, noch gesundes Mahl, fuhren wir mit der Straßenbahn zurück ins Hotel. Am Gang trennten wir uns mit großen Vorsätzen für den nächsten Tag. Wir erfreuten uns noch ein wenig am kanadischen Fernsehen (geniale Quizshow, wo der Kandidat Songs weitersingen muss, um Geld zu gewinnen), schliefen aber dann bald ein, weil wir doch ziemlich erschöpft waren.

Morgen Teil 2 unserer Auslandsreise.