Montag, 31. Dezember 2007

Aus dem Fotoalbum...

Der Wetterbericht für Bowling Green, Ohio, meldet für heute abend: -6 °C mit böigem Wind, sodass sich die gefühlte Temperatur auf -13 °C absenkt. Außerdem schneit es seit einigen Stunden und es ist mit Schneeverwehungen zu rechnen. Kurzum: Es ist eklig draußen und wenn man nicht muss, geht man nicht vor die Tür. Also macht man es sich in der Wohnung gemütlich, vielleicht bei einer Tasse Tee und Keksen und unterhält sich über die gute alte Zeit. Irgendjemand holt dann ein Fotoalbum raus und, hach, fertig ist die Idylle.

Ha, heute bin ICH mal der mit dem Fotoalbum. Und IHR müsst zuhören. Hier geblieben - dass mir ja keiner davonrennt. Heute heißts: Foto schauen mit Manfred. Auf geht's *räusper*

Auf dem ersten Bild schwatze ich gerade mit Forrest. Forrest Gump. Den haben wir auf unserer letzten Reise in Chicago getroffen. Es gibt hier in den USA nämlich eine Restaurantkette mit dem Namen Bubba Gump Shrimp Company. Dort gibt es, wie ihr sicher schon vermutet habt, Meeresfrüchte und vor allem Shrimps. Und genau dort haben wir Forrest getroffen. Er saß auf einer Parkbank vor dem Restaurant und wartete auf jemanden, dem er seine Geschichten erzählen kann. Ich hab mich eine Weile zu ihm gesetzt und mit ihm gequasselt (er kennt Österreich und Arnie und Salzburg und die Familie Trapp). Zum Abschied hat er uns noch eine Schoko-Praline geschenkt und uns den folgenden guten Rat gegeben: Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt. Recht hat er, der Forrest.


Auch das nächste Foto ist in Chicago verstanden. Und es zeigt schon wieder mich. Diesmal bin ich kurz davor, einem überaus gut aussehenden jungen Herrn die Tracht Prügel seines Lebens zu verpassen. Nur keine Angst, es ist letztendlich nicht zur Prügelei gekommen. Jetzt im Nachhinein bin ich richtig froh darüber, denn dieser Kerl sieht ja richtig muskulös aus. Gut, dass ich da nochmal davon gekommen bin ;-)


Oh ja, ein Bild aus meiner Feuerwehrauto-Fotosammlung. Seit wir hier sind, versuche ich, die richtig großen Feuerwehrtrucks vor meinen Fotoapparat zu bekommen. Deshalb springe ich bei jedem Folgetonhorn-Gehupe wie von der wilden Tarantel gestochen herum und kreise meine Kamera bedrohlich durch die Luft. Die Ausbeute ist bisher leider mangelhaft. Keine Ahnung, woran das liegt ;-)
Das Feuerwehrauto auf dem Foto ist eine Drehleiter, die ich in Chicago erwischt hab. Das war ausmahmsweise einmal leicht, weil: Rote Ampel. Da musste die stehen bleiben. Hehe. Das Gebäude im Hintergrund ist der Sears Tower, mit 527 Metern Höhe ist er derzeit das höchste Gebäude in den USA.


Das nächste Bild hat einen Namen, es nennt sich: Darf George rauskommen zum Spielen?

Ich hab mich leider nicht getraut, den Knopf wirklich zu drücken, da einige Meter hinter mir 2 Sicherheitsbeamte standen. Ich hab zwar nicht mit denen gesprochen, aber irgendetwas hat mir auch so gesagt, dass die nicht allzu oft Schabernack trieben. Es war also sicher eine gute Entscheidung, nicht zu drücken, auch wenn wir jetzt nie erfahren werden, ob George Zeit zum Spielen gehabt hätte...


Amerikaner und Hausdekorationen. Das ist ein eigenes Kapitel. Zu Halloween hatten einige Hausbesitzer regelrechte Friedhöfe in ihren Vorgärten angelegt. Da gab es falsche Grabsteine, Plastikzombies, polizeiliches Absperrband und falsche Spinnweben. Einer hatte sogar einer lebensgroßen Puppe einen Strick gedreht und ließ sie im Garten von einem Ast baumeln.
Mit Beginn der Weihnachtszeit ist das Gruselzeug aber verschwunden und die Lichterketten wurden rausgeholt. Jede Menge Lichterketten. Die vormaligen Friedhofsvorgärten wurden dann flugs in eine Winter-Märchenlandschaft verwandelt. Ungefähr so:


Oh, und falls ich's noch nicht gesagt haben sollte: Ferien sind toll. Richtig super. Wir sitzen schon seit Tagen hier rum und genießen es so richtig, dass mal nix zu tun ist. Also verbringe ich den Großteil des Tages damit, Football Spiele im Fernsehen zu verfolgen, um hinter die ganzen Tricks und Feinheiten dieses Sports zu kommen. In den Spielpausen lese ich etwas, oder kicke mit meinem Weihnachtsfußball im Wohnzimmer rum (noch is nix zu Bruch gegangen, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit). Das folgende Foto zeigt unseren derzeitigen Elan ziemlich gut:



Aber nicht, dass ihr jetzt einen komplett falschen Eindruck von uns kriegt. Wir liegen nicht ausschließlich faul herum, wir gehen mit unserer Energie nur sehr, ahm, ökonomisch um. Manchmal gehen wir jedoch auch in die Stadt auf einen Kaffee, außerdem waren wir in den letzten Tagen zwei Mal im Kino (The Waterhorse und Sweenie Todd). Wir sind also nicht komplett untätig. Ohja, und wir kochen. Nachdem es zur stressigen Klausurzeit meist nur schnelle Küche gab, haben wir jetzt wieder richtig Zeit dafür, richtig zu kochen. Also gab's bereits:
- Schnitzel "Italia"
- Erdäpfelnudel mit Rahm
- Gemüselasagne
- Lende in Currysauce
- Eispalatschinken als Dessert (2x, yummie)
- und noch irgendwas, das ich jetzt gerade vergessen hab...

Diese Woche waren wir bei Fred zum Dinner und es gab richtiges amerikanisches Essen. Dabei absolut unverzichtbare Zutaten waren unter anderem: Käse, den man nicht einkühlen muss, und Kartoffelchips. Es war sehr interessant - und sehr lecker. Morgen kommen Fred und Mark zum Gegenbesuch und es gibt - klar - Wiener Schnitzel.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Weihnachten

Ihr kennt unseren Baum, aber wir dachten uns, ihr seid wahrscheinlich auch neugierig, wie wir Weihnachten gefeiert haben.

Am 24. Dezember haben wir erstmal ausgeschlafen und sind dann in den Supermarkt gegangen, um Feiertagseinkäufe zu machen. Da wir, wie die Amerikaner, am 25. feiern wollten, wollten wir unbeding am 24. auch etwas Besonderes machen. Ein schönes Abendessen musste her. Wir kauften also viel ein und kochten am Abend groß auf (inklusive Eispalatschinken!). Danach waren wir alle 3 (George verbringt die Ferien ja in Deutschland) ziemlich geschafft. Wir landeten alle auf der Couch vorm Fernseher und schauten uns den restlichen Abend Weihnachtsfilme an.

Am nächsten Morgen verabredeten wir uns für 10 Uhr in der Küche zum Weihnachtsfrühstück und, natürlich, zum Geschenke auspacken. Wir waren froh, für Nadine etwas besorgt zu haben. Während unsere Pakete alle schon seit zwei Tagen unter dem Baum lagen, waren ihre nämlich noch auf dem Postweg - sie haben es nicht rechtzeitig bis Bowling Green geschafft und sie hat sich über unser Geschenk (ein TV-Serien orientiertes Brettspiel für die "ganze Familie") sehr gefreut und wir haben nach dem Frühstück gleich gespielt (Kathi hat gewonnen ... HA HA HAAAAA!!!). Wir haben uns über unsere Geschenke natürlich auch sehr gefreut: warme Schals und Handschuhe (kann man in BG immer gut gebrauchen), viel Lesestoff und deutschen Musikinput (danke danke danke), was zum Spielen, ... Es war suuuper! So viele Geschenke nur für uns! Den restlichen Tag haben wir ... naja ... geschlafen und fern gesehen. :o)

Sonst machen wir eigentlich nicht viel. Heute waren wir spazieren, weil es ein sehr schöner - herbstlicher - Tag war. Wir genießen es, ein bisschen Zeit für uns zu haben, ohne irgendwas machen zu MÜSSEN. Unsere Freunde sind noch alle bei ihren Familien, aber am Wochenende treffen die ersten wieder ein und wir haben schon wieder Pläne.

Freitag, 21. Dezember 2007

Christmas Escape III - Chicago

Wir sind doch noch raus gegangen ... aber erst am nächsten Tag so gegen 1 :o)

Wir haben schön ausgeschlafen und dann festgestellt, dass unser Hotel durch einen Indoor-Übergang mit dem Einkaufszentrum gegenüber verbunden ist. Dort haben wir dann ein Frühstück eingenommen und haben uns in den City Train bewegt - alles Indoor :o) Tja ... und wo sind wir wohl hingefahren? Ich sage nur: Chicago hat das bislang größte Aquariumhaus der Welt :o) :o) :o)
Es war soooo super! Wir haben Delphine gesehen und Wale und Pinguine und viele viele Fische und Schildkröten und ... Seepferdchen!!! Es gab sogar Seedrachen, unterschiedliche Arten von Seepferdchen, die aussehen, wie ... Drachen, halt.


Es gab sogar eine Delphin Show, die uns seeehr gut gefallen hat, weil wir ja beide noch nie einen echten Delphin gesehen haben.
Es war ziemlich atemberaubend ...

Die Belugawale waren für uns auch ein Traum, vor allem, weil auch zwei Babies im Becken schwammen. Man konnte den Delphinen und Walen auch durch eine Scheibe beim Schwimmen zusehen, das war auch besonders toll. Leider war das Licht dort sehr schlecht und die doofen Tiere haben sich dauernd bewegt, darum haben wir keine Fotos …

Außerdem gab es natürlich Korallenriffe und viel Seegemüse … wir verbrachten drei Stunden im Aquariumhaus :o)

Kathi und riesige Seeanemonen (aus Plastik)

Das Aquariumhaus zeigte auch eine Sonderausstellung mit Geckos und so … dort gab es dann jede Menge Tiere, die gaaaanz still gehalten haben für Fotos.

Komodowaran … ganz schön großes Vieh

Nach dem Aquarium Haus waren wir ziemlich fertig und sind nach dem Essen gleich zurück ins Hotel.

Heute haben wir’s schon früher raus geschafft. Wir sind ein bisschen in der Stadt rumgelaufen und haben und ein komisches Kunstwerk angesehen, dass aussieht, wie eine Bohne. Natürlich haben wir Fotos gemacht :o)

Sears Tower - das höchste Gebäude der USA


Dann haben wir uns ziemlich vertrödelt, denn irgendwann fing es an, dunkel zu werden. Tja, und was macht der Österreicher so, wenn er im Dezember in der Stadt unterwegs wird und es wird dunkel? Richtig! Er geht auf den Christkindlmarket!

Es war ziemlich authentisch. Viele Stände wurden von Deutschen und einer sogar von Österreichern betrieben. Das war schon witzig, von denen allen auf Englisch angesprochen zu werden. Wir haben sogar Bratwürstel mit Sauerkraut gegessen!

Mami, Papi, schaut!!!

Auf dem folgenden Foto sieht man die angeblich "famous German Christmas Pickle" ... es soll ein berühmtes Weihnachts Gurkerl geben? Der Brauch geht so: man versteckt diesen Christbaumschmuck tief im Geäst und wer ihn als erstes entdeckt, darf als erstes die Geschenke öffnen. Ist dieser Brauch echt deutsch? Hinweise sind wie immer herzlich willkommen!



So ... und was machen junge Verliebte mit einem angebrochenen Abend?

Ich weiß, ihr wollt es gar nicht wissen, aber ich werde es euch trotzdem sagen ...

;o)

Sie rufen den Roomservice an und bestellen Desserts ... und das werden wir jetzt machen. Manfred hat die Speisekarte schon in der Hand :o)

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Christmas Escape II - from Washington to Chicago

Unseren zweiten Tag in Washington DC haben wir ähnlich verbracht, wie den ersten: Gleich als erstes waren wir am Arlington National Cemetery, wo nur Militärveteranen und deren Angehörige begraben sind. Alle Grabsteine enthalten Informationen über Einheit und Dienstgrad des Verstorbenen, sowie die Kriege, in denen er gekämpft hat. Das ist schon eine ziemliche Fläche und der Friedhof ist, wir man ja im Fernsehen immer sieht, eigentlich nur Wiese mit weißen Grabsteinen. Unter den unzähligen Begrabenen sind auch einige bekannte Persönlichkeiten, zB. John F. Kennedy mit Frau, oder einer der Piloten der Apollo 14.




Außerdem gibt es auf diesem Friedhof ein Grabmahl für den unbekannten Soldaten. Hier ruhen drei Amerikaner, die nach ihrem Tod im Kampf nicht identifieziert werden konnten - einer aus dem 1. Weltkrieg, einer aus dem 2. Weltkrieg und einer aus dem Koreakrieg ... es gab einen vierten (aus dem Vietnamkrieg), doch der wurde irgendwann in den 90ern wieder ausgegraben, weil er dank neuer DNA-Erkenntnisse identifieziert und so zu seinen Angehörigen umgesiedelt werden konnte. Der Grabstein des unbekannten Soldaten wird ständig feierlichst bewacht. Jede Stunde ist Changing of the Guards.


Nach dem Friedhof, mit doch etwas kühlem Wind, nahmen wir die Metro ins Stadtzentrum und gingen ins National Air and Space Museum, das, wie viele Museen in der Hauptstadt, gratis ist. Es gibt dort alles zu bestaunen, was mit Fliegen und Weltraum zu tun hat UND: man kann dort sogar echtes Mondgestein anfassen. Der Stein ist wahrscheinlich deswegen sooo glatt, wie er eben ist. Hier Manfred im wohl spacigsten Moment seines Lebens :o)



Das Air and Space Museum hat uns so gut gefallen, dass wir gleich den ganzen Nachmittag dort verbracht haben. McDonnalds hat dort eine großes Restaurant, wo wir dazwischen immer wieder Halt gemacht haben. Da wir hier unmöglich alles coole zeigen können, gibt's nur die High Lights.

Kathi mit Space Shuttle Hinterteil (das hat 5 solche Dinger!)

How to go to Klo in Space ... diese Utensilien waren sogar schon im All!

Nach diesem anstrengenden Wissensmarathon waren unsere Gehirne ganz schön müde ... und unsere Füßchen auch. Also haben wir beschlossen, nur noch irgendwo Take-Away-Essen mitzunehmen und heim zu rasen. Dort haben wir es uns dann gemütlich gemacht und Kathi hat ihr Hörbuch weitergehört ... ca. 15 Minuten ;o)

Am nächsten Morgen wurden dann auch schon wieder die Sachen gepackt. Wir verließen das Haus so um Viertel nach 10 und brachten unser Zeug erst mal zur Aufbewahrung auf den Bahnhof. Dann gingen wir ins Postmuseum ... weil es gleich gegenüber ist und weil unser Reiseführer sagt, wir können dort Postkarten drucken. Nachdem wir das gemacht hatten, hatten wir Hunger. Also gingen wir zurück ins Bahnhofsgebäude ... was für ein Glück! Es gab dort einen Italiener. ;o) Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang im ziemlich beeindruckenden Capitolsviertel (Capitol Hill). Dort sieht Washington DC aus, wie ein kleines Dorf, aber seht selbst.

Tja irgendwann war es dann auch Zeit aufzubrechen und wir fuhren zum Flughafen. Unser Flieger war wieder winzig winzig klein, aber dafür flogen wir ziemlich tief und man konnte all die beleuchteten Städte sehen. Nach guten 2,5 Stunden Flug waren wir dann endlich in Chicago angekommen. Wir können nur jedem empfehlen, in der Weihnachtsszeit in eine amerikanische Großstadt zu fliegen ... man sieht kurz vor der Landung die beleuchteten Gärten, überall liegt Schnee und die Wolkenkratzer sehen aus, als wären sie aus Pappe auf den Stadtplan gestellt.
Dann nahmen wir den wohl langsamsten City Train der Welt und als wir keine Geduld mehr hatten (ich meine knappe 2 Stunden für 15 Stationen, das kann doch nicht sein, oder?), stiegen wir aus und nahmen ein Taxi ... was für eine gute Idee. Da wir nämlich zufällig grade mal um die Ecke von unserem Hotel standen, waren wir in 2 Minuten da.

Tja, zum Hotel ist nicht viel zu sagen ... unser Zimmer ist im 19. Stock, das Hotel spezialisiert sich am Wochenende auf Touristen und sonst auf Businesskunden, wir haben ein Zimmer mit Ausblick gebucht ... die Bilder sprechen für sich.

Da sind wir als Durchschnittseuropäer natürlich ausgeflippt und überlegen nun ernsthaft, ob wir überhaupt etwas besichtigen möchten.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Christmas Escape I - Washington DC

Am Freitag war der letzte Tag unseres Herbstsemesters und bis dahin war auch der Stress noch zu spüren: Manfred hatte noch eine letzte Prüfung, Bücher mussten zum Verlänger in die Bibliothek geschleppt werden und Kathi musste die Finals ihrer Studenten fertig korrigieren und die Schlussnoten einreichen. Eigentlich hätte das bis Montag Zeit gehabt, aber wir waren der Meinung, es sei genau die richtige Zeit für ein "Christmas Escape" und hatten unsere Abreise bereits für Samstag geplant. Da wir uns ja im Grey Hound Bus ersten was eingefangen und uns zweitens zwischen den schrägen Passagieren und in den langen Schlangen nicht so wohl fühlten, wählten wir für dieses Mal den Zug. Was für eine weise Entscheidung!

Die Zugfahrt
Kerry brachte uns also am Samstagabend nach Toledo zum Bahnhof. Da wir in Ohio (wie ihr sicher im Radio gehört habt *g*) ab Samstagmittag ziemlichen Schneefall hatten, war unser Zug eine Stunde verspätet. In dem gemütlichen kleinen, warmen, nicht sehr furchterregenden Bahnhof war das jedoch nicht weiter schlimm ... was ist schon eine Stunde für jemanden, der schon mal Grey Hound gefahren ist?! Als unser Zug dann kam schauten wir nicht schlecht. Er war zweistöckig und wir hatten - der Wahnsinn - reservierte Plätze mit extrem angenehmer Beinfreiheit. Manfred konnte seine Beine ausstrecken, wir konnten unsere Lehnen zurücklegen, ohne den Hintermann damit zu stören, die Sitze hatten ausklappbare Fußteile (von Knie abwärts!), wir hatten Pölsterchen und Tischchen - dagegen ist die erste Klasse bei der ÖBB echt ein Mäusepups! Kathi hatte sich vor der Reise bei iTunes ein Hörbuch gekauft ... nicht etwa, um 8 1/2 Studen zu hören! Nach der ersten halben Stunde schnarchte sie schon gemütlich vor sich hin. Der Zug startete um 1.oo und wir schliefen beide fast die ganze Nacht durch. Zum Frühstück ging's dann ins Dining Car und um ca. 3 Uhr waren wir dann in DC.

Unsere Unterkunft
Wir hatten im Internet ein "Guest House" gebucht. 10 Minuten von der Metrostation entfernt, in einer ganz normalen (amerikanischen) ruhigen Nachbarschaft steht ein ganz normales Haus. Man bekommt 3 Tage vor Ankunft einen Code für die Haustür per Mail. Den braucht man auch, denn außer morgens ist kein Personal im Haus! Das Haus hat 4 Schlafzimmer, die an Gäste vermietet werden und ist billiger, als die Jugendherbergen, die zwar mehr im Zentrum liegen, aber dafür oft nur Zimmer mit fünf oder zehn Betten anbieten. Mann, fühlten wir uns da wohl! Wir hatten eine ganz normale Küche, ein kaum benutzes Esszimmer, ein Wohnzimmer mit Fernseher, Videos, Büchern und eine Unmenge an Zeitschriften. Einfach klasse! Außerdem war die Umgebung nicht zum Fürchten (auch das kann einem bei so Jugendherbergen leicht passieren).

Was man so in Washington macht
Am Sonntag haben wir erst einmal das Haus bestaunt und dann ... na klar ... ein Nickerchen gemacht. Wir haben uns vorgenommen, diesen Ausflug gemütlich anzugehen und uns zu erholen. Am Abend sind wir dann losmarschiert, um etwas zu Essen aufzutreiben ... weit kamen wir nicht :o) Gleich an der Metrostation gibt es nämlich ein kleines und ein großes Einkaufszentrum. Da haben wir dann mal schnabuliert und einen Buchladen ausgecheckt. Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen, es weiter als bis zum Einkaufszentrum zu schaffen. Diesen Plan konnten wir auch einhalten. Wir haben uns morgens ein Tagesticket für die Metro gekauft und sind ins Stadtzentrum gefahren - so etwas gibt es in Washington nämlich! Dort angekommen haben wir gleich die wichtigsten Sights angesteuert:

Washington Monument


Abraham Lincoln Monument

Vietnam Monument


National Christmas Tree (Ihr könnt die abwertenden Bemerkungen jetzt auf DIESES Stück Reisig richten *g*)


Weißes Haus

Nach einem typischen Starbuck's Frühstück waren wir im International Spy Museum. Zu Kathis Freude nahm die DDR hier einen großen Teil ein. Es war ziemlich cool! Man musste sich eine Identiät aussuchen und sich die ganzen Daten merken. Leider haben wir erst danach gesehen, dass es auch eine "Operation Spy" gegeben hätte. Da kann man sein Spionagetalent erproben und muss einen Auftrag in einer Stunde erfüllen, ohne enttarnt zu werden.

Nach einer Stärkung fuhren wir noch zum Capitol, das bei Nacht ziemlich cool aussieht. Damit schließen wir nun diesen (doch ziemlich langen) Eintrag. Morgen gibt's mehr, versprochen.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Stolze Baumbesitzer berichten

Am Mittwoch war es so weit: Fred, Mark, Manfred und ich sind zu Walmart gefahren und haben einen Christbaum gekauft. Für mich war die ganze Baumsache etwas verwirrend. Als bisheriger Echtbaumeigentümer schloss ich logisch darauf, dass wir Probleme haben würden, den Baum ins Auto zu packen, weil: ein Stück Baum ist doch etwas sperrig.
Das Baumangebot bei Walmart sah für mich auf den ersten Blick etwas enttäuschend aus. Sie hatten zwar ca. 10 verschiedene Bäume, aber von jedem nur einen ... was für Glückspilze wir doch waren! Aber halt! Hinter mir stapelten sich Schachteln, mit Baumbildchen drauf ... "Der Baum ist doch nicht DA drin, oder?" - Er war. Ehrfürchtig sah ich Fred zu, wie er meinen - naja - unseren Baum in den Wagen verfrachtete. Die Amerikaner sind schon ganz schön clever. Ich bin ja mal gespannt, wie der Baum da rein passt ...

Mark kümmerte sich für uns um die perfekte Beleuchtung und empfahl blau - für den WOW-Effekt. Wir entschieden uns (weil es normale Lichterketten nur mit grünen Kabeln gab) für eine Außenlichterkette, an der die Lichter sogar herunterbaumeln. Ach ja, beihnahe hätte ich's vergessen: unser Baum ist weiß! Es hat mich einige Anstrengung und meine Mitbewohner Nerven gekostet, bis wir das Farbthema durchgesprochen und uns geeinigt hatten: Kathi darf den weißen Baum haben, wenn er nicht grottenhässlich ist ... juhuiiiii!

Als der Baum in der Schachtel auf unserem Küchentisch abgestellt war, bin ich vor Spannung fast explodiert ... dies habe ich natürlich auch kund getan ;o) Jetzt ganz schnell den Baum aufstellen und dann Lichter an!!! Ich ging nur kurz rauf ins Zimmer und als ich runterkam ... was stand da in der Küche?! Ein ... Sonnenschirm??? Nadines Antwort auf meine nervöse Frage, wo denn nun mein / unser Baum sei: "Was hast du denn gedacht? Das die den Baum da als ganzes reinpacken?" - JJJa? ...
Wir mussten das weiße Kunstgestrüpp also erst aufbauen ... Mann oh Mann ... die Zweige waren an Metallstangen befestigt, die man in die Halterungen am "Stamm" richtig reinstecken musste. Dann die Äste auffächern und voilà! Baum fertig.






Der Baum steht jetzt in unserem Wohnzimmer und sieht sehr nett aus. Er ist dank Manfreds Eifer richtig dicht (pimp my christbaum hi hi) und hat auch schon ein bisschen Schmuck dran. Richtig amerikanisch steht er am Fenster, damit Santa Clause ihn prima von draußen sehen kann.