Der German Club hier an der Uni ist eine Organisation, die von Studenten in höheren Semestern geführt wird und allen Deutsch-Studierenden die Möglichkeit geben will, sich auch außerhalb der Kurse auf deutsch unterhalten zu können. Deshalb hat der Club auch verschiedene Aktionen ins Leben gerufen, wie beispielsweise den wöchentlichen Stammtisch im Pub der Uni, einen Eurodance-Abend, oder einen Ausflug ins German Village nach Columbus. Und genau dieser Ausflug fand am Samstag letzter Woche statt - da waren wir natürlich auch mittendrin statt nur dabei.
Aufgeteilt auf insgesamt 4 Autos haben wir die knapp zwei Stunden Anfahrt auf uns genommen. Das German Village, das wir in Columbus besichtigen wollten, ist jener Teil der Stadt, in dem sich traditionellerweise die deutschen (UND ÖSTERREICHISCHEN) Auswanderer angesiedelt haben. Wie uns die regelmäßig wiederkehrenden amerikanischen Flaggen an den Häusern klar machten, sind die Deutschsprachigen im Viertel mittlerweile eher in die Minderheit geraten. Das will aber nicht heißen, dass man nicht doch noch deutsche oder österreichische Auswanderer antreffen kann.
Im Viertel selbst haben wir einen kleinen geführten Rundgang gemacht, der uns gezeigt hat, was Amerikaner sich unter "typisch deutsch" so alles vorstellen: In erster Linie sind das gemauerte Häuser, gepflasterte Straßen und von Bäumen gesäumte Gehsteige. Naja. Obwohl das ja ein Schritt in die richtige Richtung ist - so ganz in die Heimat zurück versetzt haben wir uns dann doch wieder nicht gefühlt. Damit ihr wisst, was wir meinen hier ein Foto der, laut unserer Führerin, "deutschesten Straße des Viertels".
Wie bei solchen Exkursionen üblich, kam das beste aber erst nach dem Rundgang. Genau, das Essen. Dazu machte sich die ganze Meute auf in Jürgens Bäckerei - ein kleines Lokal, das verwirrenderweise nicht von einem Jürgen, dafür aber von zwei deutschen Auswandererinnen geführt wird. Dafür gab es da fast authentische heimische Küche. Gut, ein paar kleine Schönheitsfehler waren dabei (Spätzle zum Wiener Schnitzel? Wiener Schnitzel mit Schwammerlsauce??), aber man will ja auch nicht kleinlich sein. Geschmeckt hat es trotzdem und deswegen haben wir uns auch ordentlich die Bäuche voll geschlagen.

Aus Kathis Deutschkurs für leicht Fortgeschrittene waren auch vier Studenten mit in Columbus. Die fühlten sich in Jürgens Bäckerei wie im Schlaraffenland. Besonders geglänzt hat dabei Evan, der direkt nacheinander ein Jägerschnitzel, eine Portion Gulasch, ein großes Stück Erdbeertorte und ein Überraschungsei verdrückte. Danach war der Mann selig :o)
3 Kommentare:
Na das das war ja mal eine Einstimmung auf die Heimat. Keine Sorge, die Straßen sind bei uns in dem Jahr nicht so zugewuchert. Bezüglich Essen: Ist eure Wunschliste für Willkommens-Essen schon sehr lang?
Mum u. Dad
naja, die wunschliste wächst stetig.
ganz lustig: kathi hat heute im unterricht auf die frage "was isst du gerne zum abendessen?" ratet mal, welche antwort bekommen ... klar. jägerschnitzel.
Neues von Freddie !!!!!!!!
Wow, war das toll, ich durfte tatsächlich bei MISSION 32 dabei sein. Mein Herrl und Söhne hüllten sich also in grün-weiße Gewänder und schleppten mich in eine Kathedrale namens St. Hanappi – was dort abging, kann man nicht beschreiben, ebenso wenig das Gesicht meines Herrls bei der Heimfahrt – der saß die ganze Zeit mit einem 16er Blech in der Hand und einem Dauergrinser im Gesicht im Abteil und sprach immer nur davon, dass man Erfolg eben doch nicht kaufen kann:-)
Noch was, mittlerweile weiß ich auch bereits, wer oder was R€D NULL $ALZBURG ist, dürfte aber nicht wichtig sein, Herrl sagte nämlich, die kannst du vergessen!
P.S. Durfte eine Leberkässemmel kosten - sensationell, nie wieder Hot Dog!
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