Sonntag, 13. April 2008

Wir nähern und schon dem Ende

Wir saßen in unserem Zimmer und zählten nochmal ganz genau nach ... noch 3 Wochen, dann ist das Semester rum! Dementsprechend gestaltet sich auch unser Alltagsleben. Man muss schon an Arbeiten denken, Urlaubspläne schmieden, sich Gedanken wegen dem Auszug machen und auf viele Fest und Veranstaltungen gehen, denn jeder schließt das Studienjahr natürlich irgendwie ab.

Auch Kathi rast mit riesen Schritten auf das Ziel zu. Diese Woche hatte sie schon ihre schriftliche Prüfung. "Ich war gut vorbereitet und bin sicher nicht durchgerasselt." - klingt ja schonmal viel versprechend. Nun nächste Woche noch die mündliche: Präsentation und Fragen zu den Aufsätzen, die sich bei der schriftlichen Prüfung geschrieben hat. Dann kann unter GRADUATION schon ein fettes Häckchen gemacht werden. Natürlich sind dann noch Papers und Prüfungen für andere Kurse zu meistern, aber der größte Brocken ist geschafft. Bei Manfred fängt die Lernerei grade einmal an. In zwei Wochen sind Arbeiten fällig und in 3 Wochen ist Finals Week. Trotzdem hat er am Mittwoch Zeit gefunden, um mit Kathi zur Grad Fair zu gehen - einer Minimesse für Graduationbedarf.

Die Abschlussfeiern an amerikanischen Unis kennt man ja aus dem Fernsehen und die meisten wissen ja, dass es viele Bräuche rund um dieses Event gibt. Um das ganze Zubehör zu erwerben geht man auf die Grad Fair, lässt sich am Eingang eine Checklist in die Hand drücken und genießt schon einmal, wie ein(e) König(in) behandelt zu werden. Tja, und was macht man dort dann genau? Nun ja, man holt seine Tickets für die Commencement-Feier ab, man sieht sich die Ringe der Universität an (und bestellt einen, wenn man genug Kleingeld dabei hat), man wählt einen Rahmen für's Diplom aus, lässt sich über Fotos und Feiermöglichkeiten beraten und - NATÜRLICH - kauft "Cap and Gown"!


Solche Bilder kennt man ja aus dem Fernsehen, auch manche Bräche sind einem bekannt, aber wie funktioniert das jetzt wirklich? Ich erklär das mal, aber dazu muss ich doch ein bisschen ausholen.
Das amerikanische Völkchen ist ganz groß im Feiern und im Ehrungen erteilen und im Bedanken und im Jemanden-zum-Helden-machen. Naja und das Commencement (das ist die Feier an sich) ist eine tolle Gelegenheit all dies zu vereinen. So wirft sich der Durchschnittsamerikaner mehrmals im Leben in die Robe, schreitet Bühnen entland und empfängt Diplome. Das kann auch schon in der Pre-school (Vorschule!!!) anfangen. Wichtig sind natürlich die Gradiation von der High School (die in Filmen am häufigsten gezeigt wird), die Graduation als Undergraduate, als Graduate und natürlich als PhD (Doktor). Und jede Graduation hat so ihre eigenen Bräuche.

An der High School ist zum Beispiel die Robe nicht immer schwarz. Manche Schulen wählen Roben in einer der Schulfarbarben. Undergraduates haben bunte Quasten an ihren Kappen - so wie auf dem Bild. Die Farbe steht für den Studiengang. BA (Bachelor of Arts) ist das häufigste. Hier ist die Quaste (Tassle) weiß. Education zum Beispiel ist blau, dann gibt es noch rosa, gelb, silbergrau, usw. Die Quaste wird auf der rechten Seite getragen und wird beim Empfang des Diploms oder auf ein Kommando gemeinsam nach links gelegt. Honored Students, also die ganz fleißigen, werden mit einer farbigen "rope", die über der Schulter liegt, gekennzeichnet.
Bei den Masters ist das etwas anders. Die Quaste ist bei allen schwarz (und dicker als bei den Undergrads). Sie liegt bereits von Anfang an links, da sie ja bereits beim Abschluss des Undergrad Studiums dorthin gewandert ist. Die Kappe hat, so auch bei den Undergrads, innen einen Aufkleber, der ihn offiziell als Andenken an die Graduation auszeichnet.



Zusätzlich tragen die Studenten eine Kapuze (hood), die nicht mit der Robe verbunden ist, sondern wie eine Stola über die Schultern gelegt wird.



Die Kapuze ist außen schwarz und hat hat eine Einfassung in farbigem Samt. Diese Farbe steht für den Studiengang. Das Farbschema ist das gleiche, wie bei den Undergrads. Für mich als MA (Master of Arts) also weiß. Innen hat die Kapuze die Farben der Universität (orange and brown), die dann natürlich auch zu sehen sein sollen. Darum gibt es bei der Feier extra Leute, die dafür sorgen, dass jeder seine Kapuze richtig und schön trägt. Wenn man an einer Schule oder Universtät Professor ist, muss man dieses Outfit bei jeder Graduation tragen. Die Kapuze zeigt dann, die Farben der Uni, an der der Abschluss gemacht wurde. (Die Kapuze für die Doktoranten ist natürlich dann neu.)

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Wenn wir schon nicht dabei sein können, wollen wir doch wissen was die einzelnen Symbole zu bedeuten haben. Alles Gute für das letzte Rennen an der Uni.

Mum u. Dad

Anonym hat gesagt…

Ich hab Heimweh!

Bin nach der langen Reise zwar gut angekommen, find aber bei meiner neuen Familie keine Frieda……da liegt überall nur grün/weißes Zeug rum – keine Ahnung, wo ich da reingeraten bin. Aber mein Herrl scheint ganz nett zu sein, hat auch schon gesagt, dass er mich am Wochenende zu einem Ausflug mitnehmen will – zu einer typisch österr. Sportart, er spricht immer nur von ‚MISSION 32’. Also ich hab keinen blassen Schimmer, naja was solls, lass ich mich halt überraschen.

Liebe Grüße, auch an Frieda,
Euer Freddie

Anonym hat gesagt…

Kann sich jemand von den fleißigen Blog-Lesern noch an den Eintrag "The American Way of Life #10" erinnern?

Ich helfe euch mal kurz auf die Sprünge: Von 0 auf 100 in 3 Minuten mit dem Snickers Charged, dem Schokoriegel mit Koffein und Taurin!

Tja, und genau zwei solche Exemplare sind bei mir gestern in die Arbeit reingeflattert! Ich habe mich ja damals im Blog als Versuchskaninchen "geopfert"! DANKESCHÖN!!!!

Wir haben natürlich sofort eine Verkostung durchgeführt (inkl. Kaffeepause, der Chef wollte sie nämlich auch kosten) und gingen danach viiiieeel motivierter an die Arbeit... ;-)

Danke nochmal!
Reny