Mittwoch, 27. Februar 2008

Schnee... schon wieder?!

Da wacht man morgens auf, ahnt nix Böses, schaut noch etwas tramhappad aus dem Fenster und dann das:



Ja, wir haben gestern mal wieder Schnee gekriegt. Ganz frischen. Genau wie letzte Woche. Und die Woche davor. Und die davor. Und... ach, ich gebs auf. Das Wetter hier ist ungefähr genauso berechenbar wie abwechslungsreich. Auf eine Schneefront, die uns unter 10-20 cm weißer Pracht begräbt folgt zwangsläufig eine Warmphase mit manchmal Sonne und meistens Regen. Die dauert an bis der Schnee futsch ist und dann setzt auch schon wieder Phase 1 ein und es kommt Schnee-Nachschub. Die einzige Konstante in diesem ewigen Auf und Ab scheint der Wind zu sein, der mit schön heftiger Hartnäckigkeit alles noch um ein paar Grad kälter erscheinen lässt.

Momentan befinden wir uns in der kurzen Übergangsphase zwischen Schneefall und Schneeschmelze. Vorgestern und gestern hat es ganz brav geschneit, sodass wir uns gestern ernsthafte Hoffnungen machen durften, dass die Uni geschlossen bleiben könnte. Aber nix da. Während die umliegenden High-Schools alle einen Snow Day einlegten, durften wir brav zur Uni fahren - unsere Vorlesungen fielen nämlich nicht aus. Pah.

In weiser Voraussicht eines sicher geglaubten Snow Days sind aber trotzdem mal viele Studenten einfach daheim geblieben. Der Campus war also ausgestorben wie schon lange nicht mehr. Deshalb sieht man auf den folgenden Fotos vom winterlichen Campus auch keine Menschenmassen herumströmen. Also lasst euch bitte nicht täuschen, normalerweise ist es hier nicht so leer:




Väterchen Frost hat uns aber nicht mehr lange im Griff. Denn mit Freitag beginnt Spring Break, also die Frühlingsferien. Dann können wir dem kalten Bowling Green zumindest einmal für eine Woche entfliehen - und zwar in die Sonne Floridas. Flüge, Hotel, etc. sind schon gebucht und wir können es kaum mehr erwarten. Wir hoffen nur noch, dass der Sunshine State seinem Ruf auch gerecht wird und uns mit ordentlich Sonnenstunden verwöhnen wird. Wer Zeit hat, drücke also schon mal die Daumen für gutes Wetter :-)

Sonntag, 24. Februar 2008

Und Bill Clinton spielt das Sax...

Bowling Green ist seit Freitag bereits in heller Aufregung. Der frühere Präsident Bill Clinton hat sein Kommen angesagt, um seine Frau Hillary im Wahlkampf zu unterstützen. In Ohio finden ja nächste Woche die Primaries (Vorwahlen) statt und für Hillary dürfte es dabei schon um Sein oder nicht Sein gehen.

Bill Clinton in Bowling Green - wow, da wollte ich natürlich hin. Christie war so freundlich und hat mich in ihrem Auto mitgenommen. Im letzten Moment haben wir dann auch noch George und Jason aufgegabelt, sodass wir schlussendlich zu viert waren. Die Veranstaltung fand im Community Center statt, das man gleich mal lässig in die Pampa gebaut hat. So siehts dort in der Umgebung aus:


Sag ich doch, Pampa. Außerdem haben es die Jungs dort mit dem Einlass nicht so genau genommen, sodass wir ne ganz schöne Weile in der Kälte warten durften. Aber wir waren guter Dinge:



Als es dann nach drinnen ging, hieß es natürlich wieder warten. Es war eigentlich ganz schön viel los, ich hatte das Gefühl, halb Bowling Green wäre auf den Beinen gewesen. Als Bill dann endlich auf die Bühne kam, gab es für die meisten kein Halten mehr - so auch für die (sicher nette) ältere Dame vor mir, die beharrlich ihr Hillary-Clinton Schild durch die Luft schwenkte und somit ungefähr einer Million Leuten hinter ihr die Sicht raubte. Aber sie war ja damit nicht die einzige:


Bill Clinton selbst sprach eine gute halbe Stunde und stellte dabei Hillary's Programm in Grundzügen dar. Man merkte allerdings bereits an seiner Stimme, dass dies wohl nicht der erste derartige Auftritt in den letzten Wochen sein konnte. Und es war auch ganz sicher nicht der letzte, denn nur 2 Stunden nach Bowling Green war Bill Clinton in Lima angesagt.



Wie er war? Ich sags euch: Richtig gut. Man kann ja von dem Mann halten, was man will, aber eines kann er auf jeden Fall: Reden halten und die Menge mitreißen. Was mir außerdem gut gefallen hat, war, dass er FÜR Hillary und nicht GEGEN Barack Obama gesprochen hat. In den letzten Wochen wurde Bill Clinton ja ein paar Mal vorgeworfen, er würde freiwillig die Schmutzwäsche waschen, damit seine Frau ihre weiße Weste behalten könne. Das war heute aber nicht der Fall. Er war locker drauf, überzeugend, zeitweise witzig. Die Zuhörer, die er heute hatte, waren großteils (logo) aber eh auch vorher schon auf seiner Seite.


Abgesehen davon war es irgendwie ein aufregendes Gefühl, keine 10 Schritte von dem ehemals mächtigsten Menschen der Welt entfernt zu stehen.
In Toledo (nur 20 Autominuten von hier entfernt) war übrigens zeitgleich Barack Obama zu Gast. Sehr schade, dass wir nicht beides hintereinander machen konnten. Aber es war auch so eine coole Sache.

Dienstag, 19. Februar 2008

The American Way of Life #10

Heute: Aufputschmittel der zweiten Generation

Dienstag, 21:36 Uhr. Manfred ist nach einem langen Tag an der Uni vollkommen kaputt nach Hause gekommen:



Dienstag, 21:39 Uhr. Manfred ist fit wie ein Turnschuh und denkt, in dieser Woche erstmal keinen Schlaf mehr zu brauchen:


Was wurde passiert, lieber Tagebuch? Wie geht das - von 0 auf 100 in 3 Minuten? Ein Liter Kaffee intravenös? Oder sind das diese neuen Energy-Getränke? Oder ist der Gute mal wieder in den Zaubertrank gefallen?

Quatsch, alles Humbug. Warum Koffein trinken, wenn mans auch essen kann? Das haben sich wohl auch die Entwickler eines bekannten Schokoriegel-Herstellers gedacht, als sie diese Neuentwicklung auf den Markt geschmissen haben: Snickers Charged, den Schokoriegel mit Koffein, Taurin und B-Vitaminen.


Geschmacklich ist diese neue Süßigkeit irgendwo zwischen einem normalen Schokoriegel und einem doppelten Espresso anzusiedeln. Das heißt schokoladig-süß am Gaumen, aber relativ bitter im Abgang. Alles in allem aber gar nicht mal schlecht. Der Koffeingehalt ist dabei nicht so wahnsinnig hoch: Ungefähr der Gegenwert einer Tasse leichten Kaffees oder zweier Dosen Cola. In Verbindung mit dem enthaltenen Zucker reicht dies aber aus, um müde Knochen wieder auf Vordermann zu bringen.

Das beste kommt heute aber noch: Bei Kroger gab es zwei dieser Schokoriegel zum Preis von einem. Frei nach dem Motto "Lieber den Magen verrenken, als dem Wirt was schenken" hab ich auch zwei davon genommen. Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Opa für diese wertvolle Lebensweisheit.
Da ich allerdings nicht durch die nächste unangekündigte Dopingprobe fallen wollte, hab ich nur einen gegessen. Der zweite liegt hier noch immer rum und glotzt mich blöd an. Deshalb hab ich mir folgendes überlegt: Falls einer unserer Leser dieses sensationelle Produkt (*hust*) mal am eigenen Leib ausprobieren wollen sollte - Kommentar mit Angabe der Adresse genügt. Wir versenden portofrei. Sogar nach Neuseeland (huhu, Köcki)...

Mittwoch, 13. Februar 2008

Harlem Globetrotters

Zugegeben: Was Blog-Einträge betrifft, haben wir uns in letzter Zeit etwas gehen lassen. Und was dabei noch schlimmer ist: Wir haben diesmal nicht einmal eine vernünftige Ausrede für die lange Eintrag-lose Zeit. Es sei denn, ihr akzeptiert pure, hartnäckig-hinterhältige Faulheit als eine gültige Ausrede. Weil dann haben wir ein wasserdichtes Alibi.

Nur weil wir in den letzten Tagen nix geschrieben haben, heißt das aber nicht, dass gar nix los gewesen wäre. Wochentags haben wir in der Zwischenzeit den üblichen Uni-Alltag runtergespult. Das Programm bestand also aus: Vorlesungen besuchen, dem Wind trotzen, Deutsch-Studenten auf die Finger klopfen, dem Schneesturm trotzen und natürlich lesen, lesen, lesen. Zum Wochenende hin ist dann aber doch auch meistens Zeit für vergnüglichere Sachen. Da kochen wir uns meistens was Leckeres, gehen auf Geburtstagsparties von Freunden, oder sehen uns einen Film im Kino an. Und wenn ansonsten irgendwas Außergewöhnliches vor sich geht, lassen wir uns das natürlich auch nicht entgehen...

... so wie letzten Freitag, als die berühmten Harlem Globetrotters am Campus Station machten. Für all jene, denen das so überhaupt gar nix sagt: Die Harlem Globetrotters sind ein amerikanisches Basketballteam, das seit über 80 Jahren um die Welt reist und dabei kleine und große Kunststückchen mit dem Basketball vorführt. Aber bevor jemand fragt: Nein, die Originalbesetzung von vor über 80 Jahren ist nicht mehr mit von der Partie ;-) Die Jungs, die die heutige Mannschaft bilden, haben sportlich aber auch ganz schön was drauf:


Obwohl die Globetrotters offiziell darauf bestehen, dass ihre Spiele ernst gemeinte sportliche Auseinandersetzungen sind, steht ganz klar der Showfaktor im Vordergrund. Da klaut dann schon mal einer der Spieler eine Popcorn-Tüte aus der Hand eines Zusehers, oder bewirft den Schiedsrichter mit Schuhen, die er ebenfalls aus dem Zuseherrang stiebitzt hat. Spätestens wenn das Spiel für Tanzeinlagen unterbrochen wird, hat auch wirklich jeder Besucher verstanden, dass das Match nicht ganz ernst gemeint sein kann. Dass die sich gegenseitig die Shorts runterziehen und Spongebob-Boxershorts präsentieren, wäre dann gar nicht mehr unbedingt nötig gewesen. Aber man will ja mal lieber auf Nummer Sicher gehen:


Gegner haben die Harlem Globetrotters natürlich auch, und zwar die Washington Generals. Die reisen mit den Globetrotters mit und glänzen dabei vor allem durch ihre beeindruckenden Niederlagenserien. Bei ihren Reisen rund um die Welt haben es die Generals in den letzten Jahrzehnten schon mehr als 13.000 Mal mit den Globetrotters aufgenommen - und dabei bloß 6 Mal gewonnen. Angesichts dieser überwältigenden Niederlagenserie finde ich es direkt verwunderlich, dass die Generals in grün-gelben Dressen auflaufen. Wo doch Grün-Weiß viel besser passen würde...
Hier eine Szene aus dem Spiel. Man achte auf den Trainer der Generals im Hintergrund (ja, der der über den Gehstock gekrümmt ist):


Die Harlem Globetrotters kennt in Amerika fast jedes Kind. Das geht so weit, dass man im Publikum auf Kinder trifft, die jede einzelne Tanzchoreographie der Spieler bereits auswendig können und fleißig mittanzen. Natürlich stehen die Kleinen geschlossen hinter ihrer Mannschaft, den Globetrotters, während den Generals keiner auch nur einen Korb gönnen will. Allerdings war das Spiel lange Zeit ausgeglichen, was bei den Kiddies um uns herum schon ganz ordentliches Zähneklappern hervorrief. Als die Schlusssirene aber schließlich heulte, hatten es die Globetrotters wieder einmal geschafft und ihre Gegner in die Schranken gewiesen (welch Überraschung).

Zum Abschluss haben wir hier noch ein kleines Video. Es zeigt einen Spielzug der Globetrotters und einige Spieler der Generals, die sich darauf beschränken, wie aufgeschreckte Hühner dem Ball hinterher zu laufen. Natürlich kriegen sie ihn nie. Ätsch.

Viel Spaß damit und bis bald!


Sonntag, 3. Februar 2008

Go Giants!!!

Wir haben es geschafft!!! Die Computerberechnungen lagen haushoch daneben und unser Team ist endlich mal World Champion!!! (dazu mussten wir nach Amerika fliegen ...)

Es war ein langweilig-spannendes Spiel: langweilig, weil die fast keine Punkte gemacht haben, spannend, weil BEIDE Teams fast keine Punkte gemacht haben. Der im ersten Quarter erzielte Stand von 7:3 (Giants: 3) änderte sich erst im 3. Quarter. Sie schafften es dann auf 10:14 (Giants: 10). Nur 36 Sekunden vor Schluss gab es dann den entscheidenden Touch Down und die New York Giants sind wider Erwarten Super Bowl Champions!

Ich würde euch an dieser Stelle gern ein Bild uploaden, aber es gibt noch keines ... nicht einmal in den unendlichen Weiten des Internets.

Für alle, die es nie glauben würden wenn ich's nicht sagen würde: Dies ist Kathis Superbowl Beitrag
:o)

Super Bowl Sunday

Er ist endlich da - der lange herbeigesehnte allerhöchste Feiertag amerikanischer Sportfans: Super Bowl Sunday. Schon seit einigen Stunden bringt der Fernsehsender FOX mittlerweile seine Vorberichterstattung zum großen Ereignis. Aber wer nur mit einigermaßen offenen Augen durch die Welt geht, konnte schon seit Wochen ahnen, dass es bald wieder so weit sein dürfte. Immerhin fällt man in den Supermärkten schon seit Wochen über Becher, Servietten, Knabbereien und Mehlspeisen im Football-Design.

Wir haben uns überlegt, wo und wie wir unseren Super Bowl Sunday verbringen wollen. Schließlich haben wir uns dazu entschieden, nicht in eine der sicherlich überfüllten Sportbars zu gehen und das große Spektakel lieber von daheim aus zu verfolgen. Dazu haben wir ein paar Freunde eingeladen, für ausreichen Knabbereien gesorgt und die Nummer des Pizzamanns schon mal vorsorglich auswendig gelernt. Von uns aus kann es also jederzeit los gehen.

Nicht nur weil wir mit George einen (fast) waschechten New Yorker in unseren Reihen haben, stehen wir geschlossen im Fanlager der New York Giants. Trotzdem ist unser Team heute leider nur Außenseiter gegen die (bisher ungeschlagenen) New England Patriots. Aber wie wir alle wissen ist der Ball eierförmig und ein Spiel dauert 60 Minuten (Zitat frei nach Sepp Herberger). Es kann also alles passieren...


Super Bowl Fun Facts:
- Gemessen am Nahrungsmittelkonsum ist der Super Bowl Sonntag der zweitwichtigste Tag im Jahr. Knapp geschlagen wird er nur von Thanksgiving.

- Obwohl an der Meisterschaft nur Teams aus den USA teilnehmen, nennt sich der Super Bowl Champion mit Vorliebe auch World Champion.

- In den USA ist die Übertragung des Spiels die meistgesehene Fernsehsendung des gesamten Jahres. Für einen 30 Sekunden-Werbespot in den zahlreichen Unterbrechungen müssen rund 2,7 Millionen Dollar locker gemacht werden.

- Pizzabäcker freuen sich besonders auf diesen Tag - ihr Geschäftsvolumen verdoppelt sich alljährlich am Super Bowl Sonntag. Der beliebteste Pizzabelag ist dabei übrigens Salami.

- Am Tag nach dem Super Bowl melden sich mehr Amerikaner krank als an jedem anderen Tag des Jahres.

- Seit dem Jahre 1989 veröffentlicht die Computerspielfirma EASports alljährlich ein Football-Computerspiel. Seit ein paar Jahren lassen die Entwickler außerdem den Ausgang des Super Bowls von ihren Computern vorab berechnen und - man höre und staune - sind damit noch nie falsch gelegen. Die Voraussage für das heutige Spiel lautet übrigens: Patriots 38, Giants 30... naja, bald wissen wir mehr...

- 5 % des Jahresumsatzes an Avocados werden an diesem Wochenende gemacht. Die Dinger landen, von unzähligen Händen zu unzähligen Dips und Saucen verarbeitet, in den hungrigen Bäuchen unzähliger Amerikaner.