Freitag, 30. November 2007

New York - Tag 2

Unser ursprünglicher Plan für den eigentlichen Thanksgiving-Tag sah folgendermaßen aus: Frühmorgens raus aus den Federn und auf nach New York. Traditionell ist an diesem Tag die ganze Stadt auf den Beinen und sieht sich die Thangsgiving-Day-Parade an, die durch New York zieht. Danach noch etwas Sightseeing und am späten Nachmittag sollte es zurück zu George's Eltern gehen, wo uns ein kolossaler gebratener Truthahn erwartete. Es gibt wahrlich schlechtere Pläne ;-)
Bei der Parade ziehen Dutzende Blasmusik-Kapellen, Vereine, etc. durch die Stadt und zeigen ihr Können. Die Highlights dabei sind immer die riesigen Ballons, die zumeist Comic-Charaktere zeigen. Auf dem Foto sieht man ein Werbeplakat für die Parade, auf dem auch diese Ballons zu erkennen sind:



Ganz so haben wir uns dann doch nicht an unseren Plan halten können. Einerseits fanden wir heraus, dass man, um einen einigermaßen guten Blick auf die Parade zu haben, schon morgens um 7 Uhr in der Stadt sein muss. Das hätte für uns bedeutet, dass wir um halb 6 aufstehen hätten müssen. Andererseits waren wir von der langen Busfahrt und der vortäglichen Stadtrunde noch etwas geschlaucht und schafften es nicht zur gewünschten Uhrzeit aus den Federn. Die Parade mussten wir deshalb ausfallen lassen. Aber zumindest konnten wir sie live im Fernsehen verfolgen. George's Vater hat sich im Vorraum ihres Hauses ein eigenes Heimkino eingerichtet: Mit riesigem Flachbild-Fernseher und 6 Original-Kinosesseln, die er einem alten Kino abgekauft hat. In dieser Kino-Atmosphäre verfolgten wir den Marsch der Parade durch die Stadt.

Wir haben den 2. Tag also erst einmal gemütlich angehen lassen und sind erst so gegen Mittag in die Stadt aufgebrochen. Unser erstes Ziel: Die Freiheitsstatue. George brachte uns in seinem gewohnten Marschiertempo in Null-Komma-Nix zur Fähre nach Liberty Island. Dort ist uns beim Anblick der langen Warteschlange erst einmal das Gesicht eingeschlafen. Nachdem die Parade auch erst kurz zuvor zu Ende gegangen war, schienen alle Touristen zur Fähre geströmt zu sein. Mit anderen Worten: Die Schlange war endlos.

Wir standen also vor einer blöden Entscheidung: Einerseits wollten wir wirklich gerne zur Freiheitsstatue, andererseits schätzten wir die Wartezeit in der Schlange auf gut und gerne 2 Stunden. 2 Stunden, die wir nicht wirklich hatten, wenn wir rechtzeitig zum Truthahn-Mampf-Festival zurück sein wollten. Und das wollten wir. :-)
Wir entschlossen uns deshalb schweren Herzens, den Besuch bei der alten Dame auf den morgigen Tag zu verschieben. Aber zumindest für ein paar Fotos aus der Ferne stand sie uns auch schon diesmal zur Verfügung:



Nachdem wir uns also entschlossen hatten, nicht zur Freiheitsstatue hinaus zu fahren, hatten wir noch einige Stunden Zeit für andere Sehenswürdigkeiten. George schlug deshalb vor, zum Central Park zu fahren und den Nachmittag dort zu verbringen.
Müsste ich den Central Park mit einem Wort beschreiben, meine Wahl wäre: riesig!!
Umgeben von Wolkenkratzern und alt-ehrwürdigen Hotels liegt der Park in der Mitte von Manhattan und zieht jeden Tag tausende New Yorker an, die ein Workout machen, picknicken, oder den Park auf eigene Faust erkunden wollen. Wir sahen an diesem Tag eigentlich nur einen kleinen Teil des Parks, hatten am Abend aber dennoch das Gefühl, eine ganz ordentliche Distanz auf unseren Füßen zurückgelegt zu haben.
Mitten im Park findet sich auch diese viel-fotografierte Brücke, die man auf zahlreichen alten Fotos und Postern von New York sieht:



Dass es im Central Park einen eigenen Eislaufplatz gibt, wussten wir bereits aus dem Film Kevin allein zu Haus. Und da waren wir offensichtlich nicht die einzigen: Der Kevin Soundtrack läuft dort in einer Endlosschleife. Toll, nicht? ;-)
(Bevor jemand fragt: Ja, wir haben heuer schon Kevin geschaut, allerdings bisher nur ein einziges Mal)


Kathi und ich wollten dann noch unbedingt eine Kutschenfahrt durch den Park machen. Dank Kathis Ellbogentechnik und meines bezaubernden Lächelns (oder war das umgekehrt?) konnten wir uns auch gleich eine Kutsche sichern. Der Kutscher, der mit uns eine etwa halbstündige Runde durch den Park drehte, zeigte uns bei dieser Gelegenheit auch gleich, wo man im Sommer Robert DeNiro treffen kann und wo P. Diddy immer joggen geht. Das wollten wir ja schließlich schon immer mal wissen *zwinker*



Nach unserer Kutschen-Runde ging es dann auch schön langsam wieder Richtung New Jersey. Da George's Mama den ganzen Tag wie eine Besessene kochte (es war ihre Truthahn-Premiere und sie war dementsprechend aufgeregt), wollten wir nicht unhöflich sein und auch noch zu spät kommen. Überpünktlich, wie wir nun einmal sind, standen wir deshalb um Punkt 6 Uhr vor ihrer Tür und begehrten Einlass. Der Tisch war da bereits gedeckt und aus dem Ofen duftete es köstlich. Zum Truthahn gab es eine dekadente Vielfalt an Zuspeisen: Maiskolben, Kartoffeln, Kartoffelpüree, Salat, Brokkoli, grüne Bohnen, Truthahnfülle und Preiselbeersoße. Bis auf das Preiselbeer-Zeug hab ich alles gekostet. Sehr lecker. Außerdem gab es Champagner und/oder belgisches Importbier (zum Glück).

Es hätte also ein rundum gelungener Abend werden können, wenn... Ja, wenn da nicht dieses lästige Zwicken in der Magengegend gewesen wäre. Ein paar Stunden später hatten wir Gewissheit: Im Greyhound-Bus hatten wir uns allesamt eine Bauchgrippe eingefangen. George, Kathi und ich verbrachten die Nacht zwischen Bett und Bad hin- und herpendelnd (Kathi und ich hatten glücklicherweise das Gästezimmer, das ein eigenes Bad hat). Im Laufe der Nacht wurden wir somit das ganze leckere Festessen wieder los. Genauer will ich hier nicht unbedingt ins Detail gehen ;-)

Mittwoch, 28. November 2007

New York - Tag 1

Wie schon in einem der letzten Beiträge erwähnt, lag am Anfang unserer Reise eine viiiel zu lange Busfahrt zwischen uns und unserem Reiseziel New York. Aber da wir viel zu spät dran gewesen sind, um zu Thanksgiving (das ist hier die wichtigste Reisezeit im Jahr) einen billigen Flug zu ergattern, blieb uns eigentlich nix anderes übrig, als den Bus zu nehmen. Glücklicherweise haben sich unsere Freunde Tim und Kerry bereit erklärt, mit uns zum Busbahnhof nach Toledo zu explodieren (ca. 20 Minuten mit dem Auto von hier).
Hab ich erwähnt, dass Thanksgiving die wichtigste Reisezeit im Jahr ist? Gut. Wollte nur nochmal sicher gehen. Das mag nämlich dann manchen als Erklärung dienen, dass sich Busse nicht an ihren Fahrplan halten. Aber anders als in Österreich hatte unser Bus nach New York keine Verspätung - im Gegenteil: Er fuhr sogar zu früh weg. Und, ach ja, OHNE UNS.
Wir waren zeitlich nämlich ziemlich knapp dran und haben somit prompt gleich mal unseren ersten Bus verpasst. Der war 15 Minuten vor der Abfahrtszeit schon voll und hat es dann nicht mehr der Mühe wert gefunden, auf Passagiere zu warten, die er ohnehin nicht mehr mitnehmen konnte. Im Nachhinein verständlich. Damals fand ich's weniger lustig. Zu unserem Glück gab es da noch einen zweiten Bus - der hätte eigentlich auch schon weg sein müssen, aber hatte eine Stunde Verspätung. Puh, der hat uns also dann glücklicherweise mitgenommen und auch gleichzeitig mein Weltbild wieder etwas in Ordnung gebracht: Wenn schon, dann haben Busse doch schließlich Verspätung zu haben. Verfrühung ist schwachsinnig =)

Gut, abgesehen von einem Umsteige-Zwischenstopp in Cleveland sind wir dann auch ohne nennenswerte Probleme durch die Nacht gegondelt. Die Busfahrerin hat dem Greyhound Bus ordentlich die Sporen gegeben und so hatten wir die Verspätung am Morgen bereits wieder reingeholt. Um 10 Uhr vormittags des nächsten Tages sind wir schließlich in Newark, New Jersey angekommen, wo uns George's Vater abgeholt hat. Dass wir außer steifen Knien und Schlafdefiziten sonst noch etwas aus dem Greyhound mitbringen würden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nach einem ausgedehnten Nickerchen, einer mehr als nötigenden Dusche und einem ausgezeichneten Mittagessen, ging es am späten Nachmittag dann endlich in die Stadt. Genau genommen wohnt George nicht in New York, sondern in einem Vorort von Jersey City. Da Jersey City jedoch nur durch einen Fluss (den Hudson River) von New York City getrennt ist, waren wir fluxdiwux im Big Apple.
Wir begannen unsere Extrem-Sightseeing-Tour am Times Square. Laut George war es dort sogar für New Yorker Verhältnisse relativ voll, was im Klartext bedeutete: Massenhaft Leute. Den Times Square kennt man aus diversen Filmen, von Postkarten oder aus der Zeitung. Es ist jener große Platz in New York, der fast vollkommen mit Leuchtreklamen zugepflastert ist:


Kathi und meine Vieligkeit am Times Square:



Weiter ging es dann zur Grand Central Station, dem New Yorker Hauptbahnhof. Wer sich schon in St. Valentin am Bahnhof mit der Orientierung schwer tut, sollte es tunlichst vermeiden, jemals in seinem Leben von Grand Central abzufahren. Ich weiß nicht, wieviele Bahnsteige die Grand Central Station genau hat, aber Wikipedia weiß es: Es sind 44, von denen aus 67 verschiedene Gleislinien bedient werden. Dank des strammen Marschiertempos, das unser Fremdenführer George an den Tag legte, schafften wir es pünktlich zur rush hour zum Bahnhof und fanden ihn, wenig überraschend, ganz gut besucht vor:



Die nächste Station unserer Tour waren das Rockefeller Center und die gegenüber liegende St. Patrick's Cathedral. Leider waren wir eine Woche zu früh dran, um die weihnachtliche Stimmung in New York in seiner ganzen unerbittlichen Fülle auskosten zu können, aber zumindest der traditionelle Christbaum vor dem Rockefeller Center war schon auf den Beinen. Außerdem konnte man auch schon vor dem Rockefeller Center Eis laufen, was Kathi und ich beim Anblick der Warteschlange aber dann doch sein ließen (nicht zum letzten Mal bei diesem Ausflug).
Die St. Patrick's Cathedral gegenüber war etwas, naja, ungewohnt für Europäer. Jetzt weniger von außen betrachtet, obwohl's schon witzig aussah, wie die Kirche von den Wolkenkratzern überragt wurde. Ich meine eher im Kircheninneren: Da hängt zum Beispiel ganz groß eine amerikanische Flagge über dem Kirchenschiff. Außerdem gibt es IN der Kirche einen Souvenirshop und für jede Bankreihe in den Seitenschiffen einen eigenen Monitor (an den Säulen angebracht), damit man auch ja nix verpasst. Tja... typisch amerikanisch würd ich mal sagen.



Innenansicht der St. Patrick's Cathedral mit - wie könnt's auch anders sein - amerikanischer Flagge:


Da es mittlerweile so richtig dunkel geworden war, wollten Kathi und ich die Aussicht auf die Stadt sehen. Wir nahmen deshalb die U-Bahn Richtung Brooklyn Bridge. Dort angekommen, wanderten wir eine Weile über die Brücke, bis uns der Frost vom Weiterwandern abhielt. Die Brooklyn Bridge ist über einen Kilometer lang und bietet einen sehr guten Ausblick auf die Stadt. Aufgrund der angesprochenen Kälte haben wir es nur ca. bis zur Hälfte der Brücke geschafft. Das reichte aber auch schon für ein paar Fotos:



Zum Abschluss unseres ersten New-York-Tages besuchten wir noch Ground Zero. Dort findet man momentan vor allem 2 Sachen: Eine Gedenkstätte für die Verstorbenen der Terroranschläge und eine riesige Baustelle. Obwohl wir als Österreicher keinen so direkten Bezug zu den USA gehabt haben, war es doch irgendwie merkwürdig und bedrückend zugleich, plötzlich selbst an diesem Ort zu stehen. Neben Ground Zero steht heute noch ein beschädigter Wolkenkratzer, in dem früher die Deutsche Bank ihren New Yorker Hauptsitz hatte. Aufgrund von Versicherungsstreitigkeiten wurde da bis heute noch nicht viel dran gemacht. Das heißt, der Wolkenkratzer wurde abgesichert, aber nicht komplett abgerissen oder von Grund auf renoviert. Er steht einfach so da, abgedunkelt neben der riesigen Baustelle und erinnert an die Geschehnisse des 11. September 2001.



So soll New York in ein paar Jahren aussehen: Der so genannte Freedom Tower wird momentan, gemeinsam mit anderen Wolkenkratzern, am Ground Zero errichtet.


Das reichte uns dann auch erst einmal für den ersten Tag. Wir hatten ja noch 2 weitere Tage in New York vor uns (dachten wir) und außerdem war es schon 10 Uhr abends geworden. Wir nahmen also die U-Bahn raus aus New York und schmiedeten Pläne für den nächsten Tag. New York, wir kommen wieder!!!

Montag, 26. November 2007

Wir sind zurück...

Ganz spontan, jedoch nicht völlig ohne Grund, haben wir unseren Aufenthalt in New York um einen Tag verlängert. Wir sind also nicht wie geplant am Samstag, sondern erst gestern, Sonntag, wieder nach Bowling Green zurückgekommen und erst einmal hundemüde in die Kissen gefallen.

Deswegen gibt's bisher auch noch keinen Reisebericht - aber zumindest schon mal ein erstes Foto. Es zeigt einen Teil der Skyline von Manhattan bei Nacht, fotografiert von New Jersey aus:

Dienstag, 20. November 2007

I Want to Be a Part of It...

...New York, New York!

Es ist soweit. Die Uni-Arbeiten, die uns die letzten Tage auf Trab gehalten haben, sind allesamt abgegeben und die Thanksgiving-Ferien sind da. Endlich Thanksgiving - das heißt für uns: Es geht in die Stadt, die niemals schläft. In einigen Stunden schon werden wir in Toledo in einen Greyhound-Bus einsteigen, der uns (und unseren Mitbewohner George) an die Ostküste bringen wird. George kommt ja aus diesem Eck und hat uns netterweise über die Feiertage eingeladen.

Wir nehmen den Nachtbus, der insgesamt 13 Stunden unterwegs sein wird. Auch das wird vermutlich schon ein Erlebnis werden, zumindest, wenn George's Erzählungen stimmen. Es ist immerhin schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal meine Beine für 13 Stunden zwischen zwei Bussitze geklemmt habe. Ich muss sagen, es gibt wahrscheinlich schönere Vorstellungen, als eine ganze Nacht von Bussitzen in die Mangel genommen zu werden. Mal sehen, bald wissen wir mehr :-)

Wir werden bis zum Samstagvormittag bleiben. Erwartet also bis dahin keine Postings. Dafür gibt's dann einen ausführlichen Reisebericht. Großes Indianer-Ehrenwort. ;-)

Bis bald!

Manfred und Kathi

Donnerstag, 15. November 2007

The American Way of Life #8

Oh ja, das Leben kann schon richtig knifflig sein. Nehmen wir einfach mal an, man hat Lust auf Süßes. Ein Eis wär da sicher klasse. Oder soll man heute nicht mal lieber Gummibärchen nehmen? Ich meine, nichts gegen das Eis, aber Gummibärchen wären schon auch super. Und genau da isses auch schon wieder: Dieses "Hilfe, ich kann mich nicht entscheiden!"-Gefühl. Ärgerlich.

Genau diesem Gefühl haben die Amerikaner bereits Abhilfe geschaffen. Du willst also Eis? Aber du willst auch Gummibärchen? Gar kein Problem: Wieso nimmst du nicht einfach Gummibärchen und mixt sie unter dein Eis? So kannst du ohne großen Aufwand beides haben. Hier in Bowling Green gibt es einen Eissalon, der solche Wünsche ohne Schulterzucken erfüllt. Wer will, kann sogar Schokoriegel ins Eis gemischt bekommen. Toll, nicht?

Amerikaner denken in dieser Hinsicht anders als wir. Wenn ein Amerikaner Lust hat, im Restaurant Gulasch mit Pommes zu essen, dann sieht er keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte. Unser Freund Derek hat diese (grauenvolle) Speisenkombination, als er letztes Jahr in Salzburg war, voller Ernst im Gasthaus bestellt. Und war dann vollkommen verdutzt, als ihm die Wirtin eröffnete, dass sie ihm das nicht bringen würde. Keine Pommes zum Gulasch. Nicht in Österreich zumindest. Würde es jedoch hier in BG ein Restaurant geben, das Gulasch anbietet, könnte ich sicher ohne weiteres Pommes als Beilage dazu bekommen. Oder geräucherten Fisch. Oder Tiramisu.

Seit kurzem müssen auch unentschlossene Pizza-Liebhaber nicht mehr länger leiden. Bei Pizzen gibt es ja traditionell zwei Feinschmecker-Fraktionen: Für die Anhänger der Knupsi-Partei muss eine Pizza richtig schön knusprig sein. Andere wiederum (inklusive meiner Wenigkeit) bevorzugen die eher matschige Variante, mit richtig viel zart geschmolzenem Käse. Auch in den USA gibt es diese beiden Fraktionen. Und obendrein noch eine ganze Menge Leute, die anscheinend beiden Seiten gegenüber positiv gestimmt sind.

Genau für diese Leute hat Domino's Pizza nun eine Lösung gefunden. Sie besteht (von unten nach oben) aus: Pizzateig, Käse (zart geschmolzen), Belag, Pizzateig, Käse (knusprig). Was will man mehr? Die Knupsis bekommen ihren echt knusprigen Käse und die Matschis haben ihren zart geschmolzenen Käse in der Mitte. Eine echte Marktlücke. Dass da noch keiner früher drauf gekommen ist... So sieht dieses Pizza-Ungetüm dann aus:

Da ich der Versuchung bisher erfolgreich widerstanden habe, kann ich euch heute noch nicht sagen, wie diese Pizza dann tatsächlich schmeckt. Besser als Gulasch mit Pommes aber vermutlich allemal.

Dienstag, 13. November 2007

WG Brunch

Diese Woche gibt es unseren traditionellen Wochenend-Eintrag erst heute, Dienstag. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Das Wochenende dauert noch immer an. Für mich zumindest (Kathi ist heute wieder zurück an der Uni und bringt den Amis Deutsch bei). Ja, nachdem wir in den letzten Wochen etwas wehmütig nach Österreich geblickt haben, hat sich das Blatt endlich gewendet. Diesmal hatten wir ein langes Wochenende, da gestern hier der Veterans Day gefeiert wurde und die Uni geschlossen blieb. Außerdem hab ich Dienstags keine Kurse, was das lange Wochenende gleich nochmal verlängerte.

Der Termin hätte sich eigentlich für einen kleinen Ausflug angeboten. Leider hat uns da der Uni-Stress einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Ende unseres ersten Semesters naht mit Riesenschritten und wir hatten alle einen Riesenhaufen Arbeit zu tun. Deshalb blieb unsere gesamte WG hier in Bowling Green, um sich für die kommenden Aufgaben akademisch zu rüsten.

Was jedoch nicht hieß, dass man nicht kurz einmal eine kleine Pause einlegen konnte. Kurz entschlossen haben wir deshalb am Sonntag für den Montagmorgen einen WG Brunch geplant. Mit Rührei und Speck, Schinken, Käse und Trauben. Dazu gabs frisch aufgebackene Croissants und Zimtschnecken, Kaffee, Tee, Orangensaft und und und:


Da so ein Brunch ja eigentlich 2 Mahlzeiten ersetzen muss, haben wir auch gleich ordentlich zugelangt. Trotzdem haben wir es nicht annähernd geschafft, unsere Einkäufe auf einmal zu verputzen. Macht aber nix. Heute is ja auch noch ein Tag und ich spür eh schon wieder eine leichte Leere in der Magengegend. Gut, dass unser Kühlschrank voll ist mit all den leckeren Sachen =)


Ansonsten verbrachten wir ein eher ruhiges Wochenende. Am Samstag waren wir mit einigen Freunden in Detroit shoppen (ca. 1,5 Autostunden entfernt). Den Sonntag haben wir lernenderdings auf der Uni verbracht.
Es mag also schon aufregendere Wochenenden gegeben haben. Allerdings laufen die Planungen für nächste Woche bereits auf Hochtouren. Ja, wir werden nämlich schon wieder ein langes Wochenende haben. Die Amerikaner feiern von Mittwoch bis Sonntag Thanksgiving und dafür haben wir wieder einen kleinen Ausflug geplant. Aber davon erzähl ich euch beim nächsten Mal. ;-)

Donnerstag, 8. November 2007

The American Way of Life #7

Stellen wir uns doch einmal ein Land vor, in dem es keine Adventkalender gibt. Ich weiß, ich weiß: Furchtbare Vorstellung. Aber trotzdem, nur mal eben vorstellen: Ein Land ohne Adventkalender und Kinder, die ohne frühmorgendliches Schoko-Stückchen aufwachsen müssen. Für mich wär das wie Weihnachten ohne Schnee oder wie Honig ohne Honigtopf (Zitat von Brummel dem Bären gemopst - Insider wissen, wovon ich spreche).

Glücklicherweise befinden wir uns hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das heißt dann ja wohl auch, dass man hier irgendwie Adventkalender ergattern können muss. Mit diesem Vorsatz (und einer langen Einkaufsliste) bin ich gestern zu Kroger gewandert. Und wisst ihr was: Es gibt sie tatsächlich. Ich musste zwar eine Weile stöbern, aber ich hab sie gefunden. Adventkalender in Amerika. Ha - das heißt für mich: unsere österreichischen Weihnachtstraditionen haben hier Fuß gefasst. In ein paar Jahren ist Santa Claus Geschichte und es kommt wieder das Christkind zu den Kindern. Gefeiert wird wieder am 24. Dezember und diese ganze Er-rutscht-mit-einem-riesigen-Geschenkesack-durch-den-Kamin-Sache wird wegen Unmöglichkeit zu den Akten gelegt.

Zugegeben: Die Adventis hier sind von minderer Qualität. Bloß ein einziges Motiv ist zu haben. Und ganz flach sind die Dinger. Da kann nicht viel Schoko drin sein. Um ehrlich zu sein, ich musste sogar auf der Verpackung nachlesen, ob überhaupt Schoko drin ist. Resultat: Positiv, laut Hersteller ist welcher vorhanden, wenn auch wahrscheinlich nur in Spuren. Wissend, dass uns bald ein Care-Paket aus der Heimat mit echten Adventkalendern erreichen wird, habe ich von einem Kauf Abstand genommen. Aber hey, es ist zumindest ein Anfang. Passt mal gut auf, Amerikaner, wir kommen!

Ich spazier da also durch die Weihnachtsabteilung bei Kroger und freue mich noch über meine Entdeckung, da springt mir dann das wirklich gute Zeug ins Auge. Auf den ersten Blick sah es gar nicht so außergewöhnlich aus: rote Gummisüßigkeiten in Santa-Claus-Form.
Aber der zweite Blick hatte es dann in sich. Das sind keine normalen Süßigkeiten. Natürlich nicht, das sind Glüh-Gummi-Süßigkeiten. Ja, ich war auch erstmal verdutzt und hab das Zeug deshalb gleich gekauft. (Ich denke, Kathi lässt mich nie wieder alleine zu Kroger gehn, weil ich meine Vorliebe für unnützen/schwachsinnigen Süßkram nicht mehr länger verbergen kann)

Zuhause angekommen, hab ich dann voller Vorfreude meine neuen Süßigkeiten ausprobiert. Also, man kann das ganze auf zwei Arten machen:
Variante 1 (herkömmlich): Man nimmt einen Gummi-Santa aus der Verpackung, steckt ihn in den Mund, kaut und schluckt. Nicht besonders aufregend, deshalb kommt hier Variante 2 ins Spiel (super-duper): Man nimmt den Gummi-Santa mit der eigens mitgelieferten Pinzette und wie von Geisterhand beginnt Santa zu leuchten. Darüber freut man sich dann derartig, dass man gleich die gesamte Packung auffuttert. (Ja, ich hab Variante 2 gewählt, wieso fragt ihr?)

Da ich wusste, dass mir meine Geschichte niemand glauben wird, hab ich den glühenden Weihnachtsmann auch gleich nochmal fotografiert. Hier der Beweis:


Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: Nein, wir werden hier keine Bestellungen entgegen nehmen. Die glühenden Süßigkeiten gehören mir, mir allein!! ;o)

Schöne Grüße an alle!

Manfred

Sonntag, 4. November 2007

Was dieses Wochenende so alles geschah ...

Es ist passiert! Dieses Wochenende. Wir waren alle geschockt, aber seht selbst, was uns google für Dienstag prophezeit:Ahhhh!!! Wir haben dann auch gleich die Heizung angemacht (es ist inzwischen doch etwas kühl geworden) und erwarten nun ganz bange, wie die Realität aussehen wird. Zitat Kathi: "Bei dem, was uns alle immer über den Winter erzählen, wünsche ich mir, dass Ohio dieses Jahr einen außergewöhnlich warmen und schneelosen Winter erlebt."

Am Samstag waren wir auf der Halloweenparty bei Christie, Jennica und Fred eingeladen. Nachdem wir uns ja längere Zeit nicht auf ein Kostüm für Manfred einigen konnten, haben wir doch etwas passendes gefunden.

Aber nicht nur wir hatten gute Ideen. Wir werden heute weniger erklären und mehr zeigen. Hier sind unsere besten Partyfotos!

Joe, George, Fred

Andrea

Jennica, Kathi, Andrea, Gregor

Joe, Andrew, George


Tiere auf der Party anwesend: 2

Simon mit Kürbisshirt

Maddy. Verkleidung: wahrscheinlich Schuhbürste

Hiermit laden wir wieder einmal zum Mitmachen ein und zwar heißt es heute:
Fröhliches Kostümeraten!!! Ich weiß, wir haben schon vielen erzählt, wer WIR sind, aber andere Kostüme sind etwas kniffeliger. Jennicas zum Beispiel (das ist was für die Freunde des echt guten Humors hi hi hi). Also Ratefüchse, auf die Plätze fertig los, wir warten auf eure Tipps!