Freitag, 30. November 2007

New York - Tag 2

Unser ursprünglicher Plan für den eigentlichen Thanksgiving-Tag sah folgendermaßen aus: Frühmorgens raus aus den Federn und auf nach New York. Traditionell ist an diesem Tag die ganze Stadt auf den Beinen und sieht sich die Thangsgiving-Day-Parade an, die durch New York zieht. Danach noch etwas Sightseeing und am späten Nachmittag sollte es zurück zu George's Eltern gehen, wo uns ein kolossaler gebratener Truthahn erwartete. Es gibt wahrlich schlechtere Pläne ;-)
Bei der Parade ziehen Dutzende Blasmusik-Kapellen, Vereine, etc. durch die Stadt und zeigen ihr Können. Die Highlights dabei sind immer die riesigen Ballons, die zumeist Comic-Charaktere zeigen. Auf dem Foto sieht man ein Werbeplakat für die Parade, auf dem auch diese Ballons zu erkennen sind:



Ganz so haben wir uns dann doch nicht an unseren Plan halten können. Einerseits fanden wir heraus, dass man, um einen einigermaßen guten Blick auf die Parade zu haben, schon morgens um 7 Uhr in der Stadt sein muss. Das hätte für uns bedeutet, dass wir um halb 6 aufstehen hätten müssen. Andererseits waren wir von der langen Busfahrt und der vortäglichen Stadtrunde noch etwas geschlaucht und schafften es nicht zur gewünschten Uhrzeit aus den Federn. Die Parade mussten wir deshalb ausfallen lassen. Aber zumindest konnten wir sie live im Fernsehen verfolgen. George's Vater hat sich im Vorraum ihres Hauses ein eigenes Heimkino eingerichtet: Mit riesigem Flachbild-Fernseher und 6 Original-Kinosesseln, die er einem alten Kino abgekauft hat. In dieser Kino-Atmosphäre verfolgten wir den Marsch der Parade durch die Stadt.

Wir haben den 2. Tag also erst einmal gemütlich angehen lassen und sind erst so gegen Mittag in die Stadt aufgebrochen. Unser erstes Ziel: Die Freiheitsstatue. George brachte uns in seinem gewohnten Marschiertempo in Null-Komma-Nix zur Fähre nach Liberty Island. Dort ist uns beim Anblick der langen Warteschlange erst einmal das Gesicht eingeschlafen. Nachdem die Parade auch erst kurz zuvor zu Ende gegangen war, schienen alle Touristen zur Fähre geströmt zu sein. Mit anderen Worten: Die Schlange war endlos.

Wir standen also vor einer blöden Entscheidung: Einerseits wollten wir wirklich gerne zur Freiheitsstatue, andererseits schätzten wir die Wartezeit in der Schlange auf gut und gerne 2 Stunden. 2 Stunden, die wir nicht wirklich hatten, wenn wir rechtzeitig zum Truthahn-Mampf-Festival zurück sein wollten. Und das wollten wir. :-)
Wir entschlossen uns deshalb schweren Herzens, den Besuch bei der alten Dame auf den morgigen Tag zu verschieben. Aber zumindest für ein paar Fotos aus der Ferne stand sie uns auch schon diesmal zur Verfügung:



Nachdem wir uns also entschlossen hatten, nicht zur Freiheitsstatue hinaus zu fahren, hatten wir noch einige Stunden Zeit für andere Sehenswürdigkeiten. George schlug deshalb vor, zum Central Park zu fahren und den Nachmittag dort zu verbringen.
Müsste ich den Central Park mit einem Wort beschreiben, meine Wahl wäre: riesig!!
Umgeben von Wolkenkratzern und alt-ehrwürdigen Hotels liegt der Park in der Mitte von Manhattan und zieht jeden Tag tausende New Yorker an, die ein Workout machen, picknicken, oder den Park auf eigene Faust erkunden wollen. Wir sahen an diesem Tag eigentlich nur einen kleinen Teil des Parks, hatten am Abend aber dennoch das Gefühl, eine ganz ordentliche Distanz auf unseren Füßen zurückgelegt zu haben.
Mitten im Park findet sich auch diese viel-fotografierte Brücke, die man auf zahlreichen alten Fotos und Postern von New York sieht:



Dass es im Central Park einen eigenen Eislaufplatz gibt, wussten wir bereits aus dem Film Kevin allein zu Haus. Und da waren wir offensichtlich nicht die einzigen: Der Kevin Soundtrack läuft dort in einer Endlosschleife. Toll, nicht? ;-)
(Bevor jemand fragt: Ja, wir haben heuer schon Kevin geschaut, allerdings bisher nur ein einziges Mal)


Kathi und ich wollten dann noch unbedingt eine Kutschenfahrt durch den Park machen. Dank Kathis Ellbogentechnik und meines bezaubernden Lächelns (oder war das umgekehrt?) konnten wir uns auch gleich eine Kutsche sichern. Der Kutscher, der mit uns eine etwa halbstündige Runde durch den Park drehte, zeigte uns bei dieser Gelegenheit auch gleich, wo man im Sommer Robert DeNiro treffen kann und wo P. Diddy immer joggen geht. Das wollten wir ja schließlich schon immer mal wissen *zwinker*



Nach unserer Kutschen-Runde ging es dann auch schön langsam wieder Richtung New Jersey. Da George's Mama den ganzen Tag wie eine Besessene kochte (es war ihre Truthahn-Premiere und sie war dementsprechend aufgeregt), wollten wir nicht unhöflich sein und auch noch zu spät kommen. Überpünktlich, wie wir nun einmal sind, standen wir deshalb um Punkt 6 Uhr vor ihrer Tür und begehrten Einlass. Der Tisch war da bereits gedeckt und aus dem Ofen duftete es köstlich. Zum Truthahn gab es eine dekadente Vielfalt an Zuspeisen: Maiskolben, Kartoffeln, Kartoffelpüree, Salat, Brokkoli, grüne Bohnen, Truthahnfülle und Preiselbeersoße. Bis auf das Preiselbeer-Zeug hab ich alles gekostet. Sehr lecker. Außerdem gab es Champagner und/oder belgisches Importbier (zum Glück).

Es hätte also ein rundum gelungener Abend werden können, wenn... Ja, wenn da nicht dieses lästige Zwicken in der Magengegend gewesen wäre. Ein paar Stunden später hatten wir Gewissheit: Im Greyhound-Bus hatten wir uns allesamt eine Bauchgrippe eingefangen. George, Kathi und ich verbrachten die Nacht zwischen Bett und Bad hin- und herpendelnd (Kathi und ich hatten glücklicherweise das Gästezimmer, das ein eigenes Bad hat). Im Laufe der Nacht wurden wir somit das ganze leckere Festessen wieder los. Genauer will ich hier nicht unbedingt ins Detail gehen ;-)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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